In jedem Jahr sterben mehr als 200 Bäume

Jeden Tag wird einer der 20 000 Bäume im

Bezirksamtsbereich Hamburg Nord von Kraftwagen angefahren. Immer häufiger sind die Männer der Gartenbauabteilung gezwungen, Erste Hilfe zu leisten. "Wundverschlußmittel" haben so manchem Baum das Leben gerettet. Doch sie fristen ein kümmerliches Leben am Straßenrand in Eppendorf, Langenhorn, Groß Borstel oder Winterhude. Die Pestilenz des Straßenverkehrs nimmt ständig zu. Doch Benzinschwaden sind nicht die einzigen Gefahren.

Jedes Jahr sterben im großen Bezirksamtsgebiet Nord 200 bis 250

Bäume, und nicht nur an "Altersschwäche". Streusalz im Winter und Gasrohrbrüche unter den Gehwegen sorgen für einen langsamen, aber sicheren Tod. Technischer Oberamtsrat Werner Töpfer, Leiter dei Gartenbauabteilung des Bezirksamtes Hamburg Nord, hat mit seinen Mitarbeitern den Kampf gegen die Auswüchse der Zivilisation in der Hansestadt aufgenommen. Er bemüht sich, in Zusammenarbeit mit den Straßenplanern die noch verbliebenen grünen Oasen zu retten.

"Wir versuchen, sterbende Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen", resümierte Werner Töpfer. Doch Schritt für Schritt mußte er sich vor dem Verkehr zurückziehen.

Zudem ist bei Neupflanzungen eine "Fachliche Weisung über Planung, Anlage und Unterhaltung von Stra- ßenbegleitgrün" vom 9. Januar 1970 zu beachten. Straßenbäume müssen danach einen Mindestabstand von fünf Metern von der Hausfront haben, vom Fahrbahnrand 1,50 Meter und vom Radweg 0,5 Meter. Bei den gegenwärtig breiten Fahrbahnen ist das nur in seltenen Fällen möglich. Müssen deshalb die grünen Lungen weiter schrumpfen? gp

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