Rote Fahnen wollten die Leute nicht sehen

Mit 326 Festnahmen wegen Verletzung der Bannmeile, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung endete am Wochenende eine Demonstration gegen den Krieg in Vietnam. Der etwa 1200 Teilnehmer zählende Demonstrationszug "kollidierte" mit dem Einkaufsbummel Tausender Hamburger in der Innenstadt.

Dem Protestmarsch war ein "Teach-in" im Auditorium maximum der Universität vorangegangen. Obwohl die Polizei immer neue Absperrketten errichtete, um die Demonstranten aus der überfüllten Innenstadt fernzuhalten, sickerten viele Teilnehmer der Aktion in kleinen Gruppen bis in die Mönckebergstraße ein und bildeten dort erneut einen Zug.

Zu Handgreiflichkeiten zwischen Passanten und Demonstranten kam es, als einige der Marschierer eine rote Fahne hißten. Statt die Menschen zum Nachdenken über die verhängnisvolle Entwicklung in Vietnam und zur Solidarisierung zu bewegen, erreichte man so genau das Gegenteil. wo/illu

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