DAS NEUESTE AUS DER WELT DER BÜHNE

Paula Wessely verdankt Boy Gobert, daS einer Ihrer Wunschtraumo in Erfüllung geht In Hamburg wird "ie xum erstenmal die Frau AIving in Ibsens "Gespenster" spielen. Unter der Regle von August Eyerding, dem Intendanten der Münchener Kammerspiele, sind die Proben im Thalia-Theater bereits Im Gange. Frau Wessely stand noch zwei Tage vor ihrer Ankunft in Hamburg in der weiblichen Hauptrolle von O'Neills "Alle Reichtümer der Welt" auf der Bühne der Wiener "Burg" (Akademietheater). Mathias Wieman, der den Pastor Manders übernahm, verbrachte seine Ferien

In Portugal, nachdem auf der Burg Forchtenstein "Ein Bruderzwist in Habsburg" (mit ihm als Kaiser Rudolf) sein Ende gefunden hatte. Rene Deltgen wechselte von den MUnchener Kammerspielen her- über. Aus dem Polizisten in Arthur Millers "Der Preis" wird er sich nun in den Tischler Engstrand verwandeln. Ralf Schermuly (Osvald) und Marlies Engel (Regine Engstrand) ergänzen das Prominenten-Ensemble. Die Premiere ist für den 19. November vorgesehen.

Der französische Schlagerstar Gilbert Becaud, der auch zahlreiche Chansons geschrieben hat, komponierte seine erste Oper unter dem Titel "Opera d'Aran", die kürzlich am Königlichen Theater in Lüttich aufgeführt wurde. Die dortige Wallonische Oper wird mit diesem Werk erstmals ein deutsches Gastspiel geben. Am 5. Oktober hat die Becaud-Oper ihre deutsche Erstaufführung am Stadttheater Aachen.

Der Erfolg seiner "Strandräubers" im Ohnsorg-Theater ließ den

Oldenburger Feldwebel Gerhard Bohde nicht ruhen. Er hat inzwischen ein zweites Stück, "Smuggelbröders", geschrieben. Günther Siegmund bereitet die Komödie des neuen plattdeutschen Autors an den Großen Bleichen mit Hilde Sicks, Herma Koehn, Wiebke Lohmann, Otto Lüthje, Karl-Heinz Kreienbaum, Edgar Bessen, Rolf Bohnsack und Jochen Schenck für die Uraufführung am 26. Oktober vor.

Zur 75-Jahr-Feier der Kieler Volksbühne am 31. Oktober bringen die Bühnen der Landeshauptstadt Kiel eine Neuinszenierung des Dramas "Die Weber" vonGerhart Hauptmann. Die Regie wird Andreas Weissert führen, der dem Stück einen aktuellen Aspekt verleihen will. Die "Weber" sollen in Kiel nicht als "historisches Gemälde" in Szene gehen, sondern die Revolte einer mit Gewalt in Abhängigkeit gehaltenen Klasse verdeutlichen, der die Einsicht in die eigene Situation fehlt und deshalb zur gesellschaftlichen Veränderung nicht beitragen kann.

Das Theater an der Landwehr wird Anfang November wiedereröffnet. Michael Korrontay begann im Haus, das einmal das "theater 53" und das Intime Theater beherbergte, mit den Proben für "Das letzte Wort" von Jack Popplewell. Zusammen mit ihm wagen Lisette Meister, Dorothea Moritz, Priska Stadler, Lucas Wendt, Günther Meyer und Manfred Schermutzki den Sprung ins Ungewisse.

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