Entscheidung am Wochenende / Scharfe Angriffe

Wird der VDS aufgelöst?

Eigener Bericht - SAD sie. Hamburg, 12. Nov. Am kommenden Wochenende wird sich in Hamburg das Schicksal des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) entscheiden. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die zwei bis drei Tage in der Hochschule für Bildende Künste am Lerchenfeld diskutieren wird, muß über Auflösung oder Weiterbestand des studentischen Dachverbandes beschlie- ßen.

Der gegenwärtige Vorstand, der sich ausschließlich aus SDS-Mitgliedern zusammensetzt, sieht sich scharfen Angriffen, nicht nur von den Gemäßigten, sondern auch aus dem eigenen sozialistischen Lager gegenüber. Für eine Auflösung des Verbandes plädieren Studenten, ? die sich gegen die vom SDS beabsichtigte Umfumktionierung des VDS in seinen sozialistischen Kampfverband wehren, ? die dem Vorstand vorwerfen, eben diese Umfunktionierung sei ihm nicht gelungen.

Gegner einer Auflösung möchten den VDS sozusa" gen als "Firma" weiterbestehen lassen und als "Diskussions-Gremium" benutzen. Man könne auf ein Firmenzeichen, das sich einmal bewährt habe, nicht einfach verzichten. Unter anderen will de"

Sozialdemokratische Hochschulbund (SHB) für einen Fortbestand des Verbandes eintreten. Er müsse jedoch das Schwergewicht seiner Ar-" beit künftig wieder mehr auf die Hochschul- und allgemeine Bildungspolitik verlegen.

Im Falle einer Auflösung des VDS bietet sich als Alternative die von einem halben Jahr gegründete "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Studentenschaften" (ADS) an, der sich inzwischen 75 000 Studenten angeschlossen haben. Die ADS wird von Norbert Jankowski und Christoph Ehmann geführt.

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