Wahlordnung geändert / Ab Mittwoch Übergangs-Rektor

Neue Unruhe an der Uni ?

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sie. Hamburg, 6. November In siebenstündiger Mammut-Sitzung hat das Konzil der Hamburger Universität beschlossen: # Am nächsten Mittwoch wird ein Übergangs-Rektor gewählt. # Der erste Präsident wird nach einer Vorstellung der Kandidaten in der Woche vom 1. bis 7. Dezember gewählt. # Wahlberechtigt zu den Fachbereichs-, Instituts- und Klinikräten sind auch Universitäts- Angehörige, die aus "Drittmitteln" finanziert werden.

Eigener Bericht

Der letzte Punkt, der bis in die Nacht heißumkämpft war, dürfte wieder erhebliche Unruhe in die Universität bringen. Der AStA hat bereits Protest gegen den Beschluß angekündigt. Der Vorsitzend" des Wahlausschusses, Prot Dr. phil. Hans-Joachim Mette, droht" mit Rücktritt. '

Worum geht es? An der Universität pind Lehrbeauftragte, Assistenten und Studenten tätig, die nicht aus Mitteln des Hamburger Universitäts-Etats finanziert werden, sondern zum Beispiel über Bvnderforschungsanstalten, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Studien- Stiftung des deutschen Volkes, Volks' WBien-fettftung o. ä. Dieser Mitarbeiterkreis ist in der bisherigen Wahlordnung nicht berücksichtigt. Er fühlt sich zurückgesetzte Eine nachträgliche Berücksichtigung würde die komplizierte Bildung der Entscheidungsgremien in den Fachbereichen weiter verzögern. Die Studenten sehen darin einen Versuch, ein wirksames Arbeiten der Gremien im laufenden Semester zu verhindern.

In vierstündiger Kleinarbeit hatte das Konzil zuvor einen Modus für die Wahl des künftigen Universitäts-Präsidenten ausgearbeitet. ? Die Kandidaten haben bis zum 21. November Gelegenheit, sich bei Vertretern des Konzils, der Behörden und dem Rektor über die Aufgaben des Präsidenten zu unterrichten. In der Woche nach dem 1. Dezember sollen sich alle Kandidaten dem Konzil in einem Hearing vorstellen. Auch die Öffentlichkeit kann Fragen stellen. Die Wahl erfolgt spätestens nach drei Tagen.

Auf der Kandidatenliste stehen bisher Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Wolfgang Bachofer, der Forstwirtschaftler Dr. Claus Wiebecke, Senatsdirektor Dr. Meins, der Vizepräsident des Landge^ richtes Dr. Dr. Wilhelm Röhl, der Leitende Ministerialrat Dr. Hans-Ludwig Schneider (Göttingen), der baden-württembergische Staatssekretär Prof. Meckelein und Dr. Peter Fischer-Apelt aus Bonn. Ferner ist noch im Gespräch der ehemalige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Prof. Dr. Karl Carstens, der aber seine Kandidatur noch nicht bestätigt hat.

Bis zur Übernahme des Amtes durch den Präsidenten will das Konzil am kommenden Mittwoch einen Übergangsrektor wählen, der dann eventuell später Vizepräsident werden soll. Die Kandidatenliste für die Wahl wird am Montag abgeschlossen.

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