10 Jahre dauerte es. 500 Meter vom Doormannsweg auszubauen

Lang ist der Weg zwischen Planung und Fertigstellung

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Nur langsam geht es mit dem Straßenausbau in Hamburg voran. Auch der Mittlere Ring zwischen Altona und Eppendorf wird nur Stück um Stück vierspurig ausgebaut. Man erinnere sich: 1957/58 wurden die Pläne für den Teilabschnitt zwischen Alsenplatz und Fruchtallee fertiggestellt. Zehn Jahre dauerte es, bis sich dieser Straßenabschnitt jetzt vierspurig präsentiert. Warum dauert das so

lange? Dieser Frage gingen wir einmal nach.

Nur 500 Meter lang ist dieses neue Straßenstück, das sich dann schmal in den Straßen Im Gehölz und Gärtnerstraße fortsetzt. Doch zeigt gerade der Durchbruch durch die dichtbebaute Innenstadt die ganze Problematik des Straßenbaus.

Verhältnismäßig einfach ist es vor zehn Jahren gewesen, die Straßentrasse festzulegen. Ein Blick auf die Karte zeig" aber, daß sie durch mehr als ein Dutzend Grundstücke geht, auf denen Gewerbebetriebe und ältere Wohnhäuser standen, Die erste Schwierigkeit besteht darin, daß die Stadt erst dann Grundstücke aufkaufen kann, wenn der Plan Gesetz ist. Allein dieser Vorgang dauert zwei und mehr Jahre. Die dann folgenden Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern sind oft langwierig, da der Bürger natürlich seine berechtigten "Interessen wahrnehmen will. Das gilt insbesondere für Gewerbetreibende, die nicht an irgendeine beliebige Stelle in Hamburg verlagert werden möchten, sondern im alten Wirkungsbereich ihr neues Domizil aufschlagen wollen.

Die 500 Meter des neuen Doormannswegs hatten aber noch eine weitere Tücke. In der heutigen Trasse standen zwei alte Bunker, die abgerissen werden mußten. Nach einem Bundesgesetz mußten in unmittelbarer Nachbarschaft zwei neue Bunker errichtet werden, was in diesem Teil Eimsbüttels außerordentlich schwierig war, da hier ein hoher Grundwasserstand herrscht.

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