Gestrandeter Seebär kommt wieder flott

Curd Jürgens in "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins"

Curd Jürgens wandelt immer sicherer auf den Spuren von Hans Albers. Nach erfolgreicher Arztlaufbahn ("Der Arzt von St. Pauli") ist er nun ein Kapitän ohne Patent, der acht Jahre im Knast gesessen hat, weil sein schuftiger Kompagnon (Fritz Tillmann) ihm den Mord an seiner Frau in die Schuhe geschoben hat. Es wird dem auf den Strand gesetzten Seebären auch nach der Entlassung aus Fuhlsbüttel verteufelt schwer gemacht, die dunkle Geschichte von damals aufzuklären und die wirklich Schuldigen aufzuspüren. Manche Holzerei und einiger Kugelwechsel sind vorher fällig. Doch ein paar gute Menschen gibt es sogar auf der Reeperbahn ? sonst wäre es um das Happy-End schlecht bestellt.

Rolf Olsen (Buch und Regie) hat zu Ralph Arthur Roberts' Lied als Leitmotiv trotz Farbe ein schwarz-weißes St. Pauli auf die Leinwand gebracht: es gibt da eben nur Verbrecher oder edle Seelen. Er hat nicht an Spannung und Rührung in handelsüblicher Mischung gespart, aber auch nicht an guten Schauspielern, die sich in ihren Rollen auskennen. Neben Curd Jürgens, dem dieser Ex-Käptn besser liegt als der hilfreiche Medizinmann, sorgen vor allem Heinz Reincke, Heidi Kabel, Birke Brück, Friedrich Schütter und Jutta D'arcy für das St.-Pauli-Image. (City)

hib.

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