Diese Zuschriften geben lediglich die Meinung der Einsender wieder, Kürzungen vorbehalten.

Nervenmühle " Ost-West-Straße"

| Lesedauer: 7 Minuten

Den Artikel "Eine Nervenmühle für die Autofahrer" im Hamburger Abendblatt vom 11.'12. Januar habe ich mit Interesse gelesen. Die Situation ist von Ihnen ziemlich treffend geschildert worden. Die Schlußfolgerungen treffen m.E.~ nicht zu.

In dem Artikel heißt es, die Ost- West-Straße sei als Bestandteil des Straßennetzes der Hamburger Innenstadt ? und zwar als Sammler (und Verteiler) für den City- Verkehr geplant worden. Bei dieser von den Planern gewünschten Funktion sei es nicht geblieben. Die Ost-West-Straße werde zu einem erheblichen Teil vom Durchgangsverkehr in Anspruch genommen.

Beides ist richtig. Schon zum Zeitpunkt der ersten Planung für die Ost- West-Straße war als weitere Ost-West- Verbindung am südlichen Rande der Innenstadt der Ausbau einer leistungsfähigen Verbindung am Zollkanal vorgesehen, die u. a. auch den Lastwagenverkehr in das Hafengebiet zu übernehmen hätte. Ferner war eine Verbindung der großen Stadtgebiete zu beiden Seiten der Alster durch einen Straßentunnel auf der Höhe der Karlstraße Gegenstand der Planung. Bei der schon vor 1960 erfolgten Projektierung des erweiterten Autobahnsystems kam noch die Planung für die Kerntangente als weitere und besonders leistungsfähige Ost- West-Verbindung hinzu.

Daß bisher außer der Ost- West-Stra- ße keine der genannten weiteren Ost- West-Verbindungen ausgeführt werden konnte, hat ausschließlich finanzielle Gründe. Für den Straßenbau stehen nun einmal .nur Mittel in einer gewissen Größenordnung zur Verfügung. Mit diesem Geld mußten an vielen Stellen im Stadtgebiet dringend nötige Verbesserungen für den Straßenverkehr her^ beigeführt und fehlende Verbindungen geschaffen werden. Die Baubehörde bemüht sich seit vielen Jahren um höhere Haushaltsbeträge für den Straßenbau, damit die an vielen Stellen ? nicht nur an der Ost- West-Straße ? Tag für Tag auftretenden Verkehrsschwierigkeiten vermindert werden können und sich nicht noch weiter verschärfen. Hamburg hat sich weiter seit vielen Jahren ständig um eine höhere Beteiligung des Bundes an den notwendigen Straßenbaumaßnahmen im Stadtgebiet bemüht und hierbei auch gewisse Erfolge gehabt. Da die finanziellen Möglichkeiten- Hamburgs auch zusammen mit der bisher gewährten finanziellen Unterstützung des Bundes nur begrenzt sind und außerdem auf vielen anderen Aufgabengebieten der Stadt Beschränkungen hingenommen werden müssen, bleibt es im Straßenbau vorerst bei einem begrenzten Bauprogramm.

Die Tatsache, daß die Ost-West-Stra- ße außer dem Zu- und Abgangsverkehr der Innenstadt bis zur Verwirklichung entlastender Baumaßnahmen auch Durchgangsverkehr übernehmen ? muß,

ist bedauerlich. Eine Fehlplanung ist die Ost-West-Straße deshalb aber nicht.

Prof. Otto SH1

Oberbaudirektor, Hamburg 36

Verkehr muß laufen

Ich bin der Auffassung, daß die Öst- West-Straße in ihrer Drei-Spur-Ausführung den Verkehr gut bewältigen könnte, wenn man dieser wichtigen Durchgangsstraße Vorrang eingeräumt hätte, das heißt: bei der Planung Unterund Überführungen mit eingeplant und verwirklicht hätte, also eine sogenannte Stadt-Autobahn. Solange man in der zuständigen Behörde nicht zu diesem Entschluß findet, und sich mit Unter und Überführungen nicht bald beschäftigt, dann wird Hamburg- eine Nervenmühle für die Autofahrer bleiben. Es würde den Herren Planern viel besser stehen, wenn sie einige Meter Straße weniger bauen würden, aber dafür moderner. Modern muß aber nicht unbedingt heißen, vier oder fünf Spuren, nein! Der Verkehr muß am Laufen bleiben und nicht alle zweihundert Meter durch eine Ampel zum Stehen gebracht werden. Die Herren der zuständigen Behörde sollen sich einmal auf einen schweren Lastzug setzen, mit insgesamt 38 Tonnen, dann werden auch diese Herren erfahren, daß ein Lastzug kein PKW ist und dieser am Fahren bleiben muß, um den Verkehr nicht zu behindern. Ich denke hier auch an die zu kurzen Schaltzeiten derAmpelo,

Ludwig: Agnes.-Hamburg 90

Kein Verständnis

Den Artikel "Eine Nervenmühle für die Autofahrer" begrüße ich sehr. In den Jahren 1961 bis 1966 habe ich mehrfach vor der Hamburger Bürgerschaft darauf hingewiesen, daß Planung und Ausbau der Ost-West-Straße völlig unzureichend seien und in wenigen Jahren der Zusammenbruch, des Verkehrs auf dieser Straße droht. Die Mehrheit der Bürgerschaft hatte seinerzeit für meine Warnungen kein Verständnis. Ich habe auch, wie aus den Protokollen der Bürgerschaft nachzulesen ist, . praktische Vorschläge zur Entlastung der Ost- West-Straße gemacht:

1. die Entschärfung an 4 Punkten durch Überführungen an der Nordkanalstraße, an der Brandstwiete, am Rödingsmarkt und am Millerntor,

2. durch Planung einer Hafenhochstraße, die unmittelbar an der Elbe entlangläuft, beginnend etwa beim Kühlhaus Neumühlen, später parallel zu der U-Bahn-Strecke Landungsbrücken ? Baumwall, etwa am Dovenfleet in den Deich tortunnel mündend. Diese Straße müßte kreuzungsfrei als Beton- oder Stahlhochstraße geführt werden. Zeichnungen dieser meiner Pläne habe ich damals Herrn Senator Buch für die Baubehörde übergeben.

.Außer dem von Ihnen geforderten beschleunigten Ausbau der Kerntangente, sehe ich in den oben genannten Maßnahmen die einzige Möglichkeit, den endgültigen und völligen Zusammenbruch des Verkehrs auf der Ost- West-Straße abzuwenden.

Hai" Joachim Prahl, Hamburg 13

"Notschrei" hatte Erfolg

Sehr geehrte Herren!

Ich möchte Ihnen, wenn auch sehr verspätet, meinen Dank für die Veröffentlichung meines Leserbriefes am 16. Januar 1968 aussprechen. Ich beklagte mich damals, daß die Arbeitssuchenden durch die Zentralisierung des Arbeitsamtes in der Innenstadt aus weit entfernten Vororten hereinfahren und das hohe Fahrgeld von ihrer kargen Unterstützung bezahlen müßten. Sie waren so hilfsbereit und hatten meinen "Notschrei" abgedruckt.

Die Direktion des Arbeitsamtes hat es zur Kenntnis genommen und hat mich "im Rahmen der Beschäftigungsmaßnahmen für ältere Angestellte" in eine Stellung vermittelt und außerdem die Einrichtung geschaffen, daß die Unterstützungsgelder jetzt. per Post oder -Giro- überwiesen werden! Damit entfällt das üble Schlangestehen vor der Kasse. Auch das Arbeitsamt wird entlastet. Die Erwerbslosen brauchen nur noch zum "Stempeln" zu kommen bzw. zur Vermittlung.

Ich möchte Ihnen noch sagen, daß es eine wunderbare Einrichtung ist, daß der Bürger über die Presse seinem Herzen Luft machen kann.

Hochachtungsvoll

E. A. Greifenberg, Hbg. 73

Ins Kuriose verkehrt

Mein Leserbrief "öllager bei Wilhelmshaven" im Hamburger Abendblatt vom 10. Januar enthält leider einen Druckfehler, den ich zu berichtigen bitte. Die Absicht des Leserbriefes, mit einem Zählenspiel den recht interessanten Bericht und die Leistung der in Wilhelmshaven tätigen Ingenieure herauszustellen, wird durch die Angabe eines falschen Raumeinheitsgewichts, nämlich 9,9 t je Kubikmeter (statt, wie es richtig heißen müßte, 0,9 t je Kubikmeter) ins Kuriose verkehrt.

Hans Bohnsack, Hamburg 26

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