Die große Silvesterumfrage des Hamburger Abendblatts ? Neue Initiativen auf allen Bereichen der Kunst

1969: Ein Jahr vieler kultureller Höhepunkte

Kunsthalle sowie die Wahl ihres neuen Chefs, der Intendantenwechsel im Schauspielhaus und im Thalia-Theater werfen j'etzt schon ihre bedeutsamen Schatten voraus. Die große Silvester-Umfrage des Hamburger Abendblattes zeigt, was im kommenden Jahr auf allen Gebieten des kulturellen Lebens zu erwarten ist. Eine imponierende Vorschau für die Hansestadt. Die Musen sind in Hamburg quicklebendig! Offenbar finden sie von Jahr zu Jahr mehr Spaß daran, in der Stadt Merkurs dem Kulturleben noch mehr Schwung zu geben und das alte Märchen Lügen zu strafen, Hamburg sei eine amusische Stadt. Aktivierung heißt die Parole für 1969. Engeres Zusammenarbeiten aller kulturfördernden Institute. Das Jubiläum in der

Eine kulturpolitische Aktivierung Hamburgs hält Frau Dr. Elsbeth Weichmann, Vorsitzende im Kulturausschuß der Bürgerschaft, für dringend erforderlich. Die Werbung für alle Kulturinstitute muß koordiniert und verstärkt werden. In der vor einigen Monaten gegründeten Arbeitsgemeinschaft für Kulturförderung besitzt Hamburg ein geeignetes Instrument ? es muß nur virtuos darauf gespielt werden. Die kulturellen Vereinigungen müßten animiert und unterstützt werden, ihr Angebot zu intensivieren.

Initiativen isoliert, verpuffen leicht; im Zusammenwirken liegt der Effekt. Die Institutionen des Theaters, der Kunst und der Volksbildung müssen so planen, daß sie sich gegenseitig aufbauend stützen. Volkshochschule und öffentliche Büchereien, die zu erweitern sind, haben dabei eine wichtige Funktion.

Die Wandlungen des neuen technischen Zeitalters verlangen auch eine neue Technik, den Bildungsauftrag zu erfüllen. Kulturelle Mobilität hat gesellschafts- und bildungspolitische Relevanz, pth

Zwei gegensätzliche Naturen, zwei Programme

Vielleicht wird es nun ab kommender Saison zu dem lange erhofften fruchtbaren Wechselspiel, der echten Konkurrenz zwischen Hamburgs Staatsbühnen kommen. Zwei neue Programme, zwei gegensätzliche künstlerische Naturen: Intendant Hans Lietzau im Deutschen Schauspielhaus und Intendant Boy Gobert im Thalia-Theater. Lietzau umriß an dieser Stelle bereits seine zwischen zeitgenössischem Theater und modern gesehener Klassik pendelnden Ideen. Mit dem Theaterdirektor Boy Gobert zieht zugleich der Schauspieler und Regisseur gleichen Namens an die Alster, wo er pro Saison eine Rolle und zwei Inszenierungen übernehmen wird. "Der Schauspieler hat richtiggehend Herzklopfen", behauptet Gobert über sein zweites Ich. Er stand bisher nur ein einziges Mal als "Snob" des

Berliner Renaissancetheaters auf einer Hamburger Bühne. Das war 1964. Ganz wird sich Gobert von seiner Wahlheimat Wien nicht losreißen können. Für einige Wochen pro Saison möchte er an die Donau zurückfinden, um in irgendeinem Stück des Burgtheaters Regie zu führen oder zu spielen. Das wird jeweils im Frühjahr sein. Zwischen den Burg-Brettern und dem Thaliatheater-Schreibtisch liegen ohnehin nur drei Flugstunden. ewle

Buntes Bühnen-KaJeidoskop

Bis Lietzau und Gobert den Intendantenstuhl besteigen, gibt es noch einige interessante Premieren. Zwei deutsche Erstaufführungen stehen vor der Tür: Albees Drama "Alles im Garten" im Schauspielhaus und mit Gisela Peltzer in der Hauptrolle das neue Stück von Tennessee Williams "Königreich auf Erden" im Thalia- Theater.

In den Kammerspielen wird man Anfang der kommenden Saison Ida Ehres 50jähriges Bühnenjubiläum f"(icrn. Natürlich mit "Mutter Courage".

Jm Jungen Theater stellt im Juni Pawel Kohout sein Spiel "So eine Liebe" vor. Hauptrolle Valter Taub.

Das Zimmertheater bringt die ursprünglich vom Schauspielhaus eingeplante Bond-Erstaufführung von "Gerettet" und wagt ein Musical: die Uraufführung von Handkes "Hoppla, Herr Minister".

Im Ohnsorg-Theater wird man 1969 weiter fleißig Bausteine fürs neue Haus sammeln. Einige Uraufführungen liegen fest, u. a. Konrad Hansens "Een toveel in't Huus".

Das St. Pauli-Theater macht im April seinen Luftsprung in die USA. über 100 000 Mitglieder plattdeutscher Vereine warten auf heimatliche St- Pauli-Atmosphäre. Alfred Merwicks Musical "St.-Pauli-Story" soll dann im Herbst im gründlich überholten Haus starten.

Großes Prominentenaufgebot gibt es am Besenbinderhof. Teils in Gastspielen, teils in Grüne-Wagen-Inszenierungen. Hans-Joachim Kulenkampff zeigt sich in "Des Teufels General", Lola Müthel ist in Dauthendeys "Spielereien einer Kaiserin", Antje Weissgerber in "Phädra" zu sehen. Das sind nur ein paar Kostproben. Mb-

Nurejew und die Callas

Operettenhaus: "Der Mann von la Mancha" steht vor der Tür. Am 20. Februar ist Premiere des Erfolgsmusicals um die Cervantes-Story und seinen Don Quijote von Dale Wasserman und Komponist Mitch Leigh. Richard

Das Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, der zur Zeit 24 Nationen zwischen Island und Australien angehören, findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. 1969

ist Hamburg Gastgeber. In der Woche vom 20. bis 27. Juni sind drei große Orchesterkonzerte mit den Sinfonieorchestern des NDR Hamburg, des SWF Baden-Baden und des WDR Köln sowie verschiedene Konzerte mit Chor-, Orgel- und Kammermusik geplant. Die Programme geben einen Überblick über den Stand des heutigen Musikschaffens. Eine Jury wird Ende Januar die Auswahl unter den eingereichten Werken treffen.

Der Beitrag der Hamburgischen Staatsoper zum Festprogramm ist die

Festliche Opernabende Zu Gast: die Neue Musik

Altman kommt vom Broadway nach Hamburg, um das Musical zu inszenieren. In Amsterdam, London und Tel Aviv hob er "Anatevka" aus der Taufe. Ein neuer Vollblutschauspieler ä la Shmuel Rodensky wird wieder aus Israel importiert: Gideon Zinger. Er war der erfolgreiche Mann von la Mancha in Tel Aviv.

Kurt Colliens Konzertprogramm beschert außer Adamo, Aznavour, Becaud und Marcel Marceau den Tänzer Rudolf Nurejew zum ersten Mal mit

einem modernen Ballett: "Monument für einen gestorbenen jungen Mann". Und ein Comeback für Maria Callas. Sie wird wieder auf dem Musikhallenpodium stehen. In Hamburg beginnt sie eine Tournee. w.

Die Hamburgische Staatsoper bereitet noch eine höchst interessante Uraufführung für März 1969 vor: "Die Reise", zweite Oper des schwedischen Komponisten Lars Johan Werle (geboren 1926), der in Deutschland besonders durch seine Musiken zu Ingmar-Bergman-Filmen bekannt geworden ist. Die Handlung (nach einem Roman von P. C. Jersild, Libretto von Lars Runsten, der auch Regie führen wird) spielt sowohl in der Gegemitfart als auch in einer Phantasiewelt. Das. Schicksal eines jungen Ehepaares iri der Hölle unseres Wohlstandsdaseins wird der Traumreise eines Studenten auf der Suche nach Dantes Inferno gegenübergestellt. Um diese Zweischichtigkeit musikalisch und formal in den Griff zu bekommen, werden neuartige Mittel eingesetzt, zum Beispiel Pop- und Jazzmusik, Verkehrslärm, Elektronik, Film, Tonbanddoubles für die Sänger. ? Internationale Stargastspiele in der Staatsoper: Birgit Nilsson wird im "Ring"-Zyklus (April) die Brünnhilde singen, Joah Sutherland tritt im Herbst in Händeis "Julius Caesar" als Cleopatra auf mit Ehemann Richard Bonyngne am Dirigentenpult.

Uraufführung der Oper "Die Teufel von Loudun", die der polnische Komponist Penderecki als Auftragswerk schrieb. Das gesamte Team der Inszenatoren kommt aus Polen: Der Dirigent Henryk Czyz, der Regisseur Konrad Swinarski, die Ausstatter Lidia und Jerzy Skarzynski. Dem Libretto liegt der Roman "The Devils of Loudun" von Aldous Huxley zugrunde, der in Polen auch verfilmt wurde. Thema: Aberglaube, sexuelle Hysterie im Nonnenkloster. Der Autor greift ein historisches Gerichtsurteil aus der Zeit Ludwigs XIII. auf und benutzt die dargestellten Fakten für eine Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Mystizismus und Politik, Heiligkeit und Erotik. t

Das Philharmonische Staatsorchester konnte den berühmten russischen Pianisten Emil Gilels als Solisten für drei Sonderkonzerte gewinnen. Der Künstler wird im Mai sämtliche fünf Klavierkonzerte von Beethoven spielen, s.t.

Konzertereignisse der Saison

In der Musikhalle wird es eine Fülle bedeutender Konzertereignisse geben. Das neue Jahr beginnt gleich mit einem gewichtigen Auftakt: Am 10. Januar gastiert zum erstenmal die Rumänische Staatsphilharmonie aus Bukarest. Im Frühjahr werden u. a. Celibidache mit seinem Stockholmer Rundfunkorchester, das Cincinnati- Orchester samt Chor und, als der besondere Kassenmagnet, Karajan und die Berliner Philharmoniker erwartet. Die Herbstsaison bringt u. a. je ein Konzert des neuen Orchestre de Paris und der Moskauer Philharmonie (beide im Oktober). Später wird die gesamte Geige spielende Familie Kogan in Hamburg gastieren: das prominente Familienoberhaupt Leonid Kogan, Elisabeth Gilels-Kogan (Schwester des berühmten Pianisten Emil Gilels) und der fünfzehnjährige Sohn Paul. Sie werden begleitet vom Rheinischen! Kammerorchester. Nach diesen "Pro- Arte" -Ereignissen ein "Pro-Musica"- Konzert: das Orchestre National Paris mit Arrau als Solisten (23. April). Reich bestückt auch das Angebot an Star-Solisten, beginnend mit dem nachgeholten Liederabend Anneliese Rothenbergers (3. Januar), ihr folgen Teresa Berganza (6. 2.), David Oistrach (5. 3.) und Martha Argerich. Ein besonderes Ereignis verspricht die erste Begegnung mit dem italienischen Pianisten Arturo Benedetti Michelangeli (19. 3.) zu werden. Und noch drei weitere "Debütanten": die Moskauer Sängerin Valentina Levko mit einem Liederabend (12. 4.), der Pianist György Cziffra und das Duo Josef Suk / Julius Katchen. Im Gegensatz zu den Orchesterkonzerten, den besonderen Attraktionen für das Hamburger Publikum, sind die Solistenkonzerte, vor allem aber die Liederabende ? wie die Veranstalter freimütig bekennen ? , häufig das besondere Sorgenkind. Auch im Jahr 1969? " hm

Jüngste Entwicklung im Jazz

Der Jazz macht zur Zeit die wohl interessanteste Entwicklung durch seit jenem Aufbruch aus dem "Establishment" des Swing in die kühne neue Welt des Bebop. Aus Free Jazz auf der einen Seite und den vitalen Elementen des Beat und Blues auf der anderen braut sich eine Mischung zusammen, die im Laufe des nächsten Jahres wohl erkennbarere Formen annehmen wird. Hamburg ist dabei ein guter Platz zum Miterleben. Sowohl das Jazzhouse an der Brandstwiete als auch die Jazzwerkstatt des NDR bieten Podien, auf denen die Richtungskämpfe aus- und die neuen Ideen vorgetragen werden können.

Die Veranstalter halten sich noch zurück und setzen auf bewährte Kräfte wie Wilson Pickett oder Errol Garner. Auf einer Tournee stellen sich jedoch auch die Neuerer der europäischen Jazz-Szene vor: Wolfgang Dauner, Barney Wilen, Atilla Zoller, Albert Mangelsdorff, Lee Konitz und andere. Den Oldtimern wird Ende April wieder das Hot-Jazz-Festival geboten, das in dieser Art einmalig ist. sic -

Prominenter Jubilar

1969 ? ein Jubiläumsjahr der Kunsthalle! Am 30. August feiert sie ihren 100. Geburtstag. Der Chef des Hauses, Professor Alfred Hentzen, hat ein festliches Programm ausgearbeitet. Hauptattraktion: die Ausstellung "Meister Francke und die Kunst um 1400". Einer der größten Maler des späten Mittelalters, von 1410 bis 1425 in Hamburg tätig. Alle gesicherten Werke werden zu sehen sein, neben, dem "Thomas-Altar" (Eigenbesitz der Kunsthalle) der "Barbara-Altar" aus Helsinki und der "Schmerzensmann" aus Leipzig, dazu wichtige zeitgenössische Bilder und Handschriften u. a. aus Wien, Paris, New York (Versicherungswert der Jubiläumsschau: 30 Millionen).

Dr. Wolf Stubbe wird die wertvollsten grafischen Blätter des Kupferstichkabinetts vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart präsentieren. Außerdem wird im August der erste umfassende Bildband über die Kunsthalle

Wohl wünschte man die Heinzelmännchen von Köln gern einmal ins hanseatische Museum für Kunst und Gewerbe, doch in umgekehrter Gleichung. Direktorin Prof. Lise Lotte Möller und die mit ihr aktiv voranstrebenden Mitarbeiter machen sich's unbequem; sie verdienten manchmal bessere Umstände ? so auch für das Pensum '69.

Erfüllen soll sich die Hoffnung, im ersten Jahresdrittel die Renaissanceund Barock-Abteilung aufstellen zu können. Der Ausbau der Räume im ersten Stock für die Abteilung Moderne (Expressionismus bis Gegenwart) sollte so gelingen, daß möglichst auf dem Fuße Renovierung und Aufstellung der Jugendstilsammlung folgen können. Dann wird nach vierjähriger Zwangspause der Reigen der großen Ausstellungen wieder fortgesetzt.

Das Museum, das im übrigen auch ein hundertjähriges Jubiläum feiern kann ? Justus Brinckmann konnte 1868 dank Unterstützung der Patriotischen Gesellschaft den ersten Ankauf tätigen ? , wird die Arbeit an den großen wissenschaftlichen Katalogen fortsetzen. Die erste Lieferung des

Weltoffen und modern Heinzelmännchen gesucht

mit 450 Abbildungen und 70 Farbtafeln erscheinen (bei DuMont-Schauberg, mit finanzieller Unterstützung der Hamburgischen Landesbank und der Hamburgischen Electricitätswerke). Ebenso die noch fehlenden Kunsthallenkataloge über das 19. und das 20. Jahrhundert. Schließlich will Alfred

Hentzen eine Stiftung ins Leben rufen, um den Ankauf einiger überragender Werke alter Kunst zu ermöglichen. Alle Hamburger Kunstfreunde sollen Anfang des Jahres zu einer Spendenaktion aufgerufen werden. si.

Hamburgs Staatliche Hochschule für, bildende Künste ist die progessivste der deutschen Kunsthochschulen. Doch sie frißt nicht wie ein Derby-Sieger den Lorbeer. Für sie läuft das Rennen weiter, in einem Glücksfall unter dem richtigen "Trainer": Prof. Herbert Freiherr von Buttlar. Während man andernorts Reformen handgreiflich diskutiert oder ausschweifend darüber theoretisiert, hat die Akademie am Lerchenfeld spontan und selbstbewußt zugepackt. Sie hat sich in Ermangelung eines notwendigen neuen Hochschulgesetzes bei vernünftiger Übereinkunft von Studenten und Dozenten eine fortschrittliche Geschäftsordnung gegeben. Der Senat hat sie gebilligt.

Prof. von Buttlar, der in genauer Kenntnis der internationalen Situation Mühe und Risiko nie scheut, steuert unbeirrt zielstrebig das neue Jahr an. Er will Modernität in de" Aufgabenstellung und im Lehrbetrieb. Die Filmklasse soll besetzt werden. (Ramsbotts zeitweiliges Wirken war ein nicht unwichtiges Vorspiel.) Der Ausbau der Klasse Industrial Design ist ein Schwerpunkt für '69.

Die Hochschule platzt räumlich aus den Nähten. Die "Filiale" an der Spaldingstraße ist ein Ausweichen im Notstand, keine Lösung. Die Lösung liegt im Ergänzungsbau am Lerchenfeld.

Die Hochschule beweist ihre Weltoffenheit nicht zuletzt in der Berufung international renommierter Künstler. Hamburgs Öffentlichkeit spürt davon zu wenig, weil eine Galerie fehlt, in der diese Künstler ausstellen könnten. Um sich über sie zu informieren, muß man in die Ferne schweifen, obwohl man sie sozusagen vor der Tür hat. hf.

Aktivität der Werkkunstschule

Die Werkkunstschule der Freien und Hansestadt Hamburg, die unter der Leitung von Willy Drews-Bernstein ihre Aktivität gesteigert und ihren Ruf gemehrt hat, sieht ihr Kardinalproblem in der Umwandlung zu einer Fachhochschule. Davon abhängig sind die definitive Klärung der Aufgaben und der Ausbau der Abteilungen. Das schließt, um des Fortschritts willen, gewisse Abgrenzungen gegenüber der Hochschule für bildende Künste und wünschenswerte Kooperationen mit ihr ein. Direktor Drews-Bernstein betont, daß der auf Grund der Ubergangssituation von der Behörde auferlegte Entwicklungsstopp zwar die notwendigen Überlegungen für das Konzept der Werkkunstschule von morgen keinesfalls hindert, daß jedoch noch keiner der erforderlichen Schritte zu seiner Realisierung getan werden kann.

Das Ausstellunsgprogramm für 1969 dient vornehmlich dazu, die internationalen Design-Zentren in Hamburg bekanntzumachen. Im Februar wird eine Ausstellung im Zusammenwirken mit der Neuen Literarischen Gesellschaft gezeigt; Arbeitstitel: "Zwischen Buch und Bilderbogen (Verlegerische Experimente)". pth

Begegnung mit fernen Welten

Das Museum für Völkerkunde plant zwei Sonderausstellungen im Frühjahr: "Ostasiatische Spielkarten" (zusammen mit dem Spielkartenmuseum Bielefeld) und "Turkmenen-Technik". Im fertig ausgebauten Oberlichtsaal wird es ab Jahresende laufend Sonderausstellungen geben. "Afrikanische Kunst" mit Benin-Bronzen etabliert sich ab April als ständige Schau. Prof. Fischer: "Ein Museum, das keine Ausstellungen macht, ist tot." Er will Dinge zeigen, die nicht nur Vergangenheit sind, sondern darstellen, wie sich die Welt nach Material und Gebräuchen verändert. Dazu bedarf es auch n Fo .'.-.lgsrci, c. o. f. Plakatkataloges soll erscheinen. Die Arbeit an den Katalogen der Bildwerke des 18. Jahrhunderts und der Jugendstilsammlung geht weiter; begonnen wird der Katalog Antike Bronzen.

Ein Wunsch vieler Hamburger, nachdem am Hauptbahnhof keine Kohlenlok mehr "mistet": Endlich lichte Farbe auf die Fassaden dieses Museums, das drinnen herrliche Schätze birgt. hl.

Letzte Schäden beseitigt

Im Frühjahr wird der Wiederaufbau des im Kriege so schwer zerstörten Altonaer Museums abgeschlossen. Die Gemälde der norddeutschen Landschaft werden dann ihren Sonderraum bekommen. Als Pendant zur Nordseeabteilung wird Prof. Wietek die seit langem vorbereitete Ostseeabteilung aufbauen können. Verständlich, daß man daher im kommenden Jahr nur eine Sonderausstellung plant: Das grafische Werk des vor hundert Jahren in Hamburg geborenen Wilhelm Laage, einer der Frühklassizisten des Expressionismus. WS.