Ein Hamburger Bilderbogen

So sehen Karikaturisten ihre Stadt

Es gibt die verschiedensten Urteile über die Stadt Hamburg. Prominente Meinungen und weniger maßgebliche. Hier nun sollen einmal jene Außenseiter zu Wort kommen, deren Berufung es ist, Urteile auszusprechen, Meinungen, die aus schwer durchschaubaren Gedankenwegen daherkommen, um aus heiterem Himmel und heiterer Gesinnung ins Ziel zu treffen. Das Hamburger Abendblatt fragte Hamburger Karikaturisten: Wie sehen Sie Ihre Stadt?

Die Antwort lautet verschieden. Von liebenswürdig-augenzwinkernder Ironie bis zu ätzender Satire, die am Bild der Weltstadt frißt, öffnet sich hier der Fächer der spitzen Federn. Aus dem Hinterhalt ihrer Klausuren pieken die Zeichner in das Nadelkissen der Gesellschaft. Aber auch etwas anderes spricht aus diesen Zeichnungen: Die Hamburger Karikaturisten lieben ihre Stadt. Sie stehen zu ihr und ein bißchen darüber, denn Satire verlangt Abstand vom Zielobjekt.

Was Karikaturisten seit jeher auszeichnet, ist der deutliche Mangel an Respekt und Ehrerbietung. Mit der guten alten Tante Hamburg wird nicht geliebaugelt, sondern die Zeichner sezieren die Dame ungeniert. Das Reißbrett ist der Operationstisch, die Feder das Skalpell. Mit der Karikatur entsteht dann das Röntgenbild. Vielleicht erfüllt sich mit der Sammlung dieser Röntgenbilder der Wunsch jedes Karikaturisten, der in Abwandlung eines Zitates lautet: Operation gelungen ? Patient lacht sich tot. rdt