Wieder im Operettenhaus

Neue Begeisterung über "Anatevka"

Noch begeisterter als bei der Premiere am 1. Februar klatschte gestern abend das Publikum des Hamburger Operettenhauses, als nach kurzer Sommerpause die 175. Vorstellung die 2. Aufführungsserie des nach Sholom Aleichems Erzählung "Tevje, der Milchmann" gestalteten amerikanischen Musicals "Anatevka" für Hamburg einleitete.

Mit Recht; denn die Aufführung ist inzwischen noch dichter, noch klarer, noch vollkommener geworden. In ihrem Mittelpunkt steht, tanzt, singt und spielt Smuel Rodensky, der israelische Schauspieler. Vital und zart zugleich, gestaltet erdie Erlebnisse des in Rußland lebenden armen und ständig mit seinem Gott "verhandelnden" Tevje.

Shmuel Rodensky gibt der Auf führung "Anatevka" das Maß. Ein Maß, das nur wenige der Mitwirkenden ebenfalls erreichen. Zu nennen sind Lilly Towska als seine Frau Golde, unter seinen Töchtern Marion Maar, Sigrun Kiesewetter, Irmgard Jedomzik, Herbert Dubrow als Schneider Mottel, Michael Ruth als Perchik oder Georg Kremer als skurrile Oma Zeitel. Auch Walter Grüters als alter Rabbi oder Reinhold Nietschmann als russischer Wachtmeister prägen sich ein. Aber was wäre diese Vorstellung (Regie- Karl Vibach, Bühnenbild: Bores Aronson, musikalische Leitung: Dalibor Brazda und Choreographie: Tom Abbott) ohne den großen Komödianten Rodensky, der alle Farben, alle Töne für den Tevje bereithält und ein künstlerisches Erlebnis vermittelt, das man nicht versäumen sollte. hgr.

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