Keine Wartepflicht für Radfahrer

Deutsche Presse-Agentur

Karlsruhe, 25. Juni

Ein Radfahrer darf nur dann vom Radweg in die Fahrbahn einbiegen, wenn sich die Fahrzeuge auf der Straße rechtzeitig gefahrlos auf ihn einstellen können. Dieses Urteil des Bundesgerichtshofs bedeutet jedoch nicht eine Art Wartepflicht für den Radfahrer gegenüber dem Straßenverkehr, heißt es in dieser gestern veröffentlichten Entscheidung.

Ein Radfahrer brauche beim Abbiegen beispielsweise nicht damit zu rechnen, daß sich ein Auto bei Dunkelheit und Abblendlicht auf glatter Straße schneller als mit 60 km/st nähere. Es genüge, wenn sich der Radfahrer vor Einbiegen in die Verkehrsstraße durch Umdrehen ein Bild von der Verkehrslage verschaffe. Mit dieser Entscheidung hat das Karlsruher Gericht einen Autofahrer zur Erstattung aller Kosten aus einem Unfall verurteilt, bei dem ein Radfahrer i>eim Abbiegen vom Radfahrweg auf die Verkehrsstraße von dem offensichtlich zu schnell fahrenden Auto erfaßt worden war. (Aktz.: VI ZR U7/67)

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