Im dritten Duell holte er sich den Boxtitel

Blin ist am Ziel

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Wie schon im ersten Kampf, als Blin mit einem Unentschieden stark benachteiligt wurde, und wie im zweiten Zusammentreffen lieferten sich die beiden Rivalen erneut eine gnadenlose Schlacht. Blin überraschte mit einem großen Endspurt und riß damit das Punktgericht in sein Lager.

Theo Wittenbrink. technischer Leiter der Berliner Deutschlandhalle, lobte den Hamburger: ..Blin hat einen Riesenkampf gemacht. Für mich hatte er zwei Punkte

Eigener Bericht ha Berlin, 13. Mai

Über das Urteil gab es Meinungsverschiedenheiten, über die Leistung des neuen deutschen Schwergewichtsmeisters der Berufsboxer nicht: Jürgen Blin (25), der Schlachter aus Hamburg, wuchs im dritten Duell mit dem Titelverteidiger Gerhard Zech (Berlin) über sich hinaus. Nach zwölf Runden hatte er nicht nur die Punktrichter, sondern auch das Berliner Publikum überzeugt.

Vorsprung." Und Manager Wiene: ..Von einem zweifelhaften Urteil kann keine Rede sein. Unglaublich, mit welchem Einsatz und welcher Kampfmoral Blin die zwölf Runden durchgestanden hat."

Der neue Meister holte sich die Krone im vierten Profijahr und im 24. bezahlten Kampf (15 Siege, 5 Unentschieden, 4 Niederlagen). Er wird jetzt eine lange Ruhepause einlegen, um den Substanzverlust auszugleichen. ?Ich bin glücklich, daß ich

es endlich geschafft habe. So schnell gebe ich den Titel nun nicht wieder her", freute sich der blonde Hamburger. Auf jeden Fall will Fritz Wiene seinen Star auch in der Hansestadt präsentieren. Nach langer Pause sieht Hamburg am 13. September wieder Berufsboxen ? mit Jürgen Blin im Hauptkampf.

Pech hatte Dieter Klay, der im Superweltergewicht überraschend eine Titelchance gegen Piaskowy (Berlin) bekam. "Ich lag nach Punkten klar in Führung, als mich der Berliner in der 7. Runde voll erwischte", erzählte Klay. "Aber .Pias' kann nicht nur hauen, der kann auch eine Menge nehmen. Ich bin an der Niederlage nicht zerbrochen und habe keinen Grund, zu resignieren."

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