Außerdem noch zwei Mädchen in Berlin verletzt / Unbekannter Täter flüchtig

Doppelmord im Kinderheim

Von unserer Berliner Redaktion

wy Berlin, 22. Februar

Eine grauenhafte Bluttat hat sich heute morgen in Berlin ereignet. In einem Kinderheim des Bezirks Zehlendorf fielen die 51jährige Kindergärtnerin Berta F. und der fünfjährige Peter H. einem brutalen Mordanschlag zum Opfer. Der bisher unbekannte Täter erstach seine Opfer. Die Frau hatte er zuvor mißbraucht. Seit 4 Uhr früh ist die Mordkommission im Großeinsatz bemüht, das Verbrechen aufzuklären, dem zwei weitere 15jährige Heiminsassinnen offensichtlich nur durch einen Zufall entgingen.

Kurz vor 4 Uhr wurde im Obergeschoß des Jugendheims die 15jährige Brigitte

N. dadurch wach, daß sich die Tür ihres Zimmers öffnete und ihr jemand mit einer Taschenlampe ins Gesicht leuchtete. Das Mädchen begann zu schreien. Der Mann stach mit einem Messer auf sie ein und stürzte sich dann auf die im selben Zimmer schlafende 15jährige Marina L. Nachdem er auch dies Mädchen durch Messerstiche verletzt hatte, floh er.

Auf die Hilferufe der Mädchen alarmierte der Hausmeister des Kinderheims die Polizei. Noch vor ihrem Eintreffen entdeckte er die ermordete Kindergärtnerin und den fünfjährigen toten Jungen. Der Täter war durch ein eingeschlagenes Badezimmerfenster in das Gebäude eingedrungen.

Offensichtlich muß sich der Täter beim Einschlagen der Fensterscheibe verletzt haben. Nach Angaben des Krankenhauses, in das die beiden Mädchen eingeliefert wurden, besteht für sie keine Lebensgefahr. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei in der näheren Umgebung des Kinderheims blieb bisher ohne Erfolg.

Schnell arbeitete heute früh die zuständige Jugendbehörde des Berliner Bezirks Zehlendorf. Sie will die etwa 40 Kinder, die in dem Heim untergebracht sind, und die durch das grausige Geschehen in ihrer nächsten Umgebung unter starker Schockwirkung stehen, möglichst schnell zu einem Erholungsaufenthalt verschicken.