Gastspiel der Wühlmäuse

Glückliche Maschinen

Seit 1960 treiben die Berliner "Wühlmäuse" mit unterschiedlichem Erfolg ihre zeitkritischen Spaße, und etwa seit 1966 haben sie den Ehrgeiz, die bequeme Bahn der Konvention zu verlassen und kabarettistisches Neuland zu erobern. So entwickelten sie beispielsweise das einheitlich durchgeführte Programm "Glückliche Maschinen", das jetzt im Auditorium maximum den Hamburgern gezeigt wurde. Es handelt sich um Politik und Futurologie. Das Jahr 2000 wird vorausgeahnt. Unter Verzicht auf "Wortpointen" und kurzlebige Aktualität werden mit hinterhältiger Bosheit generelle Betrachtungen dargeboten. Kaum einer der öffentlich bekannten Namen wird genannt. Keine bunte Folge von Einzelnummern, sondern ein geschlossener Komplex. Anspruchsvolle, beinahe anstrengende Denkspielereien mit kleinen kabarettistischen Verzierungen. Wobei leider die heilkräftige Funktion des Lachens nicht genügend beachtet wird.

Hohes Lob gebührt den Mitwirkenden. Besonders Rolf Bauer bot als dienender und zugleich herrschender Computer eine Leistung von geschliffener Präzision. Ebenso einprägsam Dieter Hallervorden als Mann mit der Nickelbrille. Ein Labsal inmitten der abstrakten Umwelt Rotraud Schindler als kesses "Illustriertenmädchen". Ohne Tadel auch der "Speaker" von Guido Weber. Der Beifall galt weniger dem problematischen Textbuch (Heio Müller), als vielmehr der unleugbaren Qualität der Wiedergabe.

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