Burgfrieden unter Tieren

lyncht jede Gans würde der Fuchs - 1 -' stehlen. Und auf gar keinen Fall jene bunte Brandgans, die unmittelbar neben seiner Höhle wohnt, was an der Nordseeküste zuweilen vorkommt. Denn auch die Brandgans brütet in einer Höhle, und sie nimmt dazu manchmal einen vom Fuchs nicht mehr benutzten Höhleneingang.

Das ist zwar eine sehr seltsame, aber wahre Geschichte. Von vielen Raubtieren hat man beobachtet, daß sie in der Nähe ihrer "Burg" einen ähnlichen "Burgfrieden" halten wie die Ritter im Mittelalter. Da war jede Art von Streit oder Kampf in der Umgebung der Burg streng verboten.

So gehört auch für den Fuchs der Bezirk um seinen Bau nicht zum Jagdrevier, und er kümmert sich um die Brandganseltern ebensowenig wie um ihre Jungen, die hier ungestört aufwachsen können. Ähnliches ist bei den Wölfen beobachtet worden: In der Nähe von Wolfshöhlen sind Rehkitze unbelä-

Mstigt geblieben. Und da unsere Haushunde vom Wolf abstammen, ist es gar nicht verwunderlich, daß man es ihnen so leicht beibringen kann, alle Tiere in Frieden zu lassen, die zusammen mit ihnen im Hause wohnen.

Das Gesetz des

"Burgfriedens" gilt auch bei den Raubvögeln. In der Nähe seines Horstes jagt der Habicht nicht. Und so kann es vorkommen, daß direkt neben einem Habichtshorst eine Taube völlig ungestört brütet. gah

Ungestört

btlltet die Taube

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