Schwer mißhandelt

Eigener Bericht

suw. Karlsruhe, 6. Juli

Im Menschenraub- und Landesverratsprozeß gegen den Doppelagenten Friedrich Wilhelm Schulz vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe teilte der seinerzeit offenbar mit Hilfe von Schulz verschleppte westdeutsche Abwehrmann Karl Friedrich Bauer gestern Einzelheiten über seine Behandlung während der Inhaftierung in der Zone mit.

Bauer war 1955 von einem Gericht in Rostock wegen "Verbrechen gegen den ersten deutschen Friedensstaat und Vorbereitung eines neuen Angriffskrieges" zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt worden. Während der Vernehmungen, so erklärte er, sei er schwer mißhandelt worden. Die Mißhandlungen hätten dazu geführt, daß er heute zu 70 Prozent Invalide sei.

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