Besichtigung auf der "Eugenio C."

Am schönsten ist der Kindergarten

Hiermit können wir fahren. Unsere Kinder sind wir dann los . . .", sagte die schicke Dame. Sie stand im Kindergarten an Bord der "Eugenio C", die seit gestern mittag an der Überseebrücke liegt, und schaute zu ihrem Ehemann hinüber. Der kletterte gerade auf eine niedliche kleine "Komm/.ndobrücke", bediente einen nachgemachten Maschinentelegrafen, drehte am "Ruder" und rief ins Sprachrohr zur "Maschine" hinunter: "Noch'n lüttn Slag vorut!" Der Kindergarten war für die Hamburger Besucher d i e Attraktion an Bord des schmucken italienischen Musikdampi'ers, und er weckte das Kind im Manne.

Dabei bot das Schilf den Gasten, die den blau-weißen Pfeilen mit der Aufschrift "Schiffsbesichtigung" folgten, Attraktionen genug. Allein drei Schwimmbecken: das größte hoch oben auf dem sogenannten "Lido- Deck" und noch jeweils ein kleineres am Heck auf dem Sonnendeck und auf dem Salondeck. Mit den bunten Sonnenschirmen und Liegestühlen wirkten diese Einrichtungen wie die Begegnung mit einem Leinwandtraum in Technicolor.

Natürlich gibt es, wie auf jedem

ordentlichen Musikdampfer, einladende Bars, Clubräume mit jeweils ganz spezieller Atmosphäre, Promenaden und Spielplätze, aber auch einen Teenager-Raum mit dröhnender Musikbox und glitzernden Spielautomaten, leise Musik aus unzähligen versteckten Lautsprechern, Fernsehgeräte, die unauffällig hinter der Wandtäfelung eingebaut sind, komfortables Kino mit Balkon, zwei Kirchen und tausend solcher Details mehr, die den eleganten Schiffsriesen aus Italien zur Besonderheit machen.

Die "Eugenio C", 30 000 Tonnen groß ? genau wie die alte "Hanseatic", wurde voriges Jahr in Dienst gestellt und gehört dem italienischen Reeder Giacomo Costa. Daher das . C ' an den schlanken, gelben Schornsteinen. Das Schiff wird vorwiegend im Südamerika-Dienst eingesetzt. Zwischendurch macht es Kreuzfahrten. ? Leider konnten viele Hamburger gestern nicht zur Besichtigung an Bord. Sie wußten nicht, daß man sich vorher bei der Hamburger Agentur der "linea c", H, C. Rover, einen "Bordpaß" hätte besorgen müssen. Auch das Hamburger Abendblatt war über dieses Verfahren nicht informiert worden. sie.

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