Primitiver Rahmen für Turnmeisterschaften

Fünfmal Rolf Meinel

Eigener Bericht

HR Hamburg, 2. Mai

Mit großem Vorsprung gewann in der Turnhalle am Klinikweg der junge Studienreferendar Rolf Meinel (HT 16) die Hamburger Zwölfkampf-Meisterschaft im Kunstturnen und die Einzel-Meisterschaften an Barren, Reck, Ringen und Pauschenpferd. Mit bestechender Kondition, topfit für diesen Tag, baute er seinen Vorsprung von Gerät zu Gerät aus und siegte schließlich mit einem Vorsprung von 4.55 Punkten vor dem immer wieder zu bewundernden Hamburger Altmeister Heini Stebener vom gleichen Verein.

Trotz der einseitigen Überlegenheit von Rolf Meinel hatte dieses Kunstturnen eine spannende Phase, weil vier fast gleichwertige Turner um die Plätze kämpften: Heini Stebener, Rainer Hennings (ETV). Wulf

Dietrich (HTB) und Detlef Behrens (HT 16). Bis die Routine und gute Ausführung trotz Fehlens einiger Schwierigkeiten den Ausschlag zugunsten von Stebener gaben. Wulf Dietrich gewann die Titel im Bodenturnen und im Pferdsprung. Der oft gepriesene Hamburger Jugendmeister Manfred Detlefs hatte in diesem Kreis nichts zu bestellen. Sein Talent verkümmert am Harburger Stadtrand. Dieser junge Mann könnte nur in einer regelmäßig turnenden Leistungsriege wieder Anschluß gewinnen. "" Ein dunkles Kapitel bleibt beim Hamburger Turnverband die Organisation. Zuschauer kommen kaum noch. Akteure nur noch wenige. Bald werden auch die Helfer wegbleiben, denn die Umstände, unter denen solche Veranstaltungen abgewickelt werden, sind zu primitiv.

Kunstturnwart Jupp Becker hatte nur Augen für seine Pinneberger Fohlenriege, die er mit frohem Gepolter, "zum Ausfüllen der Lücken", wie er es nannte, über das Langpferd springen ließ, während genau daneben die Zwölfkämpfer ihren nervenzehrenden neunten Durchgang turnten und sich um die Zehntelpunkte schlugen.

Zur gleichen Zeit standen die modern eingerichteten und vollkommen aasgestatteten Groflturnhallen in Hamburg leer .- . .

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