Adolf Wriggers zum 70. Geburtstag: Ausstellung in Eimsbüttel

Sein Thema: Hamburg und die Niederelbe

Ein Künstler, der die von Lichtwark geförderte bodenständige Hamburger Malerei kraftvoll fortsetzt. So charakterisierte gestern abend Helmut R. Leppien von der Hamburger Kunsthalle den Maler Adolf Wriggers. Am 27. April feiert er seinen 70. Geburtstag. Das Hamburg-Haus Eimsbüttel widmet ihm aus diesem Anlaß eine umfassende Ausstellung seiner Ölbilder, Aquarelle und grafischen Arbeiten.

Der gebürtige Hamburger ist durch seinen Lehrer Professor Wohlers noch unmittelbar mit der Lichtwark- Ära verbunden. Lichtwark hatte den Malern geraten: Bleibt im Lande, malt Hamburg! Nicht nur aus lokalpatriotischen, sondern aus kunstpädagogischen Erwägungen: Das vertraute Motiv sollte dem Betrachter den Weg zum künstlerischen Verstehen erleichtern. Wriggers hat sich an diesen Rat gehalten. Hamburg ist sein Thema, Hamburg und die Niederelbe, das Deichvorland und die Marsch.

Lichtwarks Nachfolger Gustav Pauli bewunderte vor allem die Hafenbilder, die Wriggers anfangs der zwanziger Jahre gemalt hatte. In Paulis Auftrag schuf er das riesige Hafenbild, das auf der Gesolei zu

sehen war, ebenso ein Wandbild für das Technikum am Lübecker Tor. Damals hatte sich Wriggers am Billhorner Röhrendamm an der Brandshofer Schleuse ein Atelier eingerichtet. Später bezog er ein großes Atelier am Jungfernstieg, das 1943 zusammen mit seinen Bildern vernichtet wurde. Nach dem Krieg bewohnte er im gleichen Haus ein winziges Dachzimmer mit Mansardenfenstern und Alsterblick. Inzwischen ist er in die Tarpenbekstraße umgezogen, neben der Staffelei steht eine Druckerpresse, die Wriggers in bewährter Kollegialität auch anderen Hamburger Künstlern zur Verfügung stellt.

Er selber ist ein hervorragender Grafiker, und die Ausstellung bringt gerade diese Seite seines Schaffens in frühen und späten Blättern überzeugend zur Geltung. Auch im Aquarell beweist Wriggers Sinn für unaufdringliche Wirkung, oft genügen nuancierte Grautöne, um das Licht überm Wasser,, die spezifische Atmosphäre eines Morgens an der Elbe ins Bild zu bringen.

Die Ausstellung dauert bis Ende April und ist montags bis freitags durchgehend von 10 bis 22 Uhr ge- öffnet. GOTTFRIED SELLO

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