Vorschlag für die Vierlande:Keine Autobahn / Statt dessen Radweg

Campingplatz am alten Bahndamm

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"Es ist nicht mehr damit zu rechnen, daß im Laufe der nächsten Jahrzehnte die im Hamburger Aufbauplan vorgesehene Autobahn von Curslack in Richtung Zollenspieker und dort über die Elbe nach Winsen gebaut wird." Damit bestätigte Bergedorfs Bezirksamtsleitcr Wilhelm Lindemann, daß Hamburgs Stadtplaner dieses Projekt fallenließen.

Weil die neue Eibbrücke im Zuge der südlichen Umgehungsautobahn fertiggestellt und ein weiterer Eibübergang bei Geesthacht bereits im Bau ist, sei es wirtschaftlich kaum zu vertreten, bei Zollenspieker eine dritte Brücke über die Oberelbe zu schlagen.

Diese Gedanken mußten sich die Stadtplaner bei der Vorbereitung des Bebauungsplanes Curslack 3 für das Plangebiet Curslacker Deich/Odemanns Heck'Dove-Elbe machen. Der Bebauungsplan liegt jetzt der Bürgerschaft vor. Durch das Plangebiet führt der Bahndamm der ehemaligen Vierländer Eisenbahn; seitdem die Gleise demontiert wurden, hat man immer damit geliebäugelt, auf dem Bahnkörper eine Straße zu bauen.

Doch auch das bleibt, so glaubt. man im Bergedorfer Bezirksamt, noch viele Jahre Zukunftsmusik. Warum soll der Bahndamm solange nicht genutzt werden? Der Bau eines Radweges wäre eine Lösung, die Naturfreunde sich schon seit Jahren wünschen.

Solche Anregungen finden im Bergedorfer Rathaus offene Ohren. Zumal auch dort der Wunsch besteht, das Gebiet an der Oberelbe mehr als bisher Ausflüglern und Erholungsuchenden aufzuschließen. Dazu gehöre auch die Einrichtung eines großen Campingplatzes. Bisher müssen die Hamburger, wenn sie an der Oberelbe zelten wollen, bis Tesperhude fahren.

In den vergangenen Jahren sah man in den Vierlanden an verschiedenen Stellen kleine Ansätze, Campingplätze einzurichten. Privatleute stellten den lufthungrigen Großstädtern, die mit Zelten oder modernen Wohnwagen anrückten, ihre Grundstücke am Wasser zur Verfügung.

-Es gehört zu den Aufgaben der nächsten Jahre, das ,wilde Zelten' einzudämmen und dafür einen großen

Campingplatz mit den notwendigen hygienischen Einrichtungen zu schaffen." Diese Überlegungen im Bergedorfer Rathaus standen bisher im engen Zusammenhang mit dem Plan, den durch die Deichbauarbeiten entstandenen Baggersee bei Overwerder zu einem Sportund Erholungszentrum auszubauen. Es scheint aber so, als ob diese Wünsche nicht erfüllt werden. Die Hamburger Wasserwerke brauchen den neu entstandenen See als Wasserreservoir und fürchten Verschmutzung. Bezirksamtsleiter Lindemann muß sich jetzt nach einer anderen geeigneten Stelle für die Campingpläne umsehen.

Im Bebauungsplan Curslack 3 ist folgendes vorgesehen: Es sollen nur die zur Nutzung der Flächen für die Landwirtschaft erforderlichen Gebäude errichtet werden. In Einzelfällen werden dabei auch zweigeschossige Häuser mit flachem oder wenig geneigtem Dach zugelassen. Größere Gebäudetiefen als 15 Meter snd nur für Bauernhäuser mit Betriebs- und Wohnteilen zulässig.

Ein Kleinsiedlungsgebiet ist westlich des ehemaligen Bahnhofs der Vierländer Eisenbahn vorgesehen. Entlang der Dove-Elbe bleibt ein 15 Meter breiter Geländestseifen bebauungsfrei. Die Straße Curslacker Deich muß verbreitert werden. WILFRIED KRULL

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