Sechs Millionen befürchten ein Verkehrschaos

Streik bedroht New York

New Vork, 31. Dezember Rund sechs Millionen New Yorkern droht am Neujahrsmorgen ein schreckliches Erwachen. Die Stadt steht vor einem absoluten Verkehrschaos. Wie berichtet drohen rund 35 000 Arbeiter und Angestellte der öffentlichen Verkehrsbetriebe mit Streik.

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Der mögliche Ausfall sämtlicher Autobuslinien und U-Bahnen, der weder durch Taxis noch durch Privatwagen zu ersetzen wäre, hat bereits zu einer Reihe von Notmaßnahmen gefuhrt. So erhielten die New Yorker Polizisten Befehl für den Fall des Streiks Zwolt- Stundcn-Schichten und Sechs-Tage-W ochen einzulegen. Sämtliche privaten Autobusse wurden bereits von New Yorker Geschäftsleuten gemietet. Sie wollen damit ihre Angestellten an die Arbeitsplätze befördern. Bürgermeister .lohn Lindsay regte die Unternehmer an Vorkehrungen zu treffen, daß einige Angestellte im Betrieb übernachten können Es ist zu befürchten, daß auch die Zufahrtsstraßen zur Insel Manhattan im Fall des Streiks, dem sich auch die Schaffner und Zugführer der Long Island-Eisenbahnlinie aus Sympathie anschließen wollen, hoffnungslos verstopft sein werden. Die Ärzte wollen Hausbesuche und Hauspflege einstellen. In den Krankenhäusern werden ebenfalls Notrnaßnahmen getroffen.

Streikbrecher einzusetzen, wagt die Verkehrsbehörde zumindestens auf den U-Bahnen aus Sicherheitsgründen nicht. Bei einem ähnlichen Streik im Jahre 1918 kam es durch den Einsatz von Hilfskräften zu einem U-Bahnunglück, bei dem 89 Fahrgäste getötet und 103 verletzt wurden.