Das "theater 53" schließt Ende 65

Das "theater 53" in Hamburg muft bedauerlicherweise am Ende dieses Jahres seine Kellerpforten an der Landwehr schließen. Karl-Uirich Msves hat nach zwölf Jahren aufgegeben: kein Platz für Avantgardismus

mehr in Hamburg.

Meves vor gut einem Jahr in Hamburger Abendblatt gerichtete Frage: "Will Hamburg uns wirklich haben?" ist ohne ermutigendes Echo geblieben. Meves gab damals drei Gründe für seine Sorgen an: die publikumsabweLsende Randlage seines nach außen hin unsichtbaren Theaterchens; seine geringe Fassungskraft; sein kompromißlos experimenteller Spielplan. Das alles hat sich ? trotz gelegentlicher, per saldo nicht ausreichender Finanzspritzen aus öffentlichen und privaten Mitteln ? hoffnungslos summiert. Das Ende war absehbar. Nun ist es eingetreten. Das "theater 53" wird 65 enden.

Ohne ein engagiertes Publikum und ohne starke Stützen und Hilfen von au- ßen kann ein avantgardistisches Theater dieser Größenordnung in Hamburg offenbar nicht existieren. Hamburg sollte dem Mann, der es zwölf Jahre lang gewagt hat und nun die Flagge ehrenvoll sireichen muß, seinen Respekt nicht versagen. wmh

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