Plan des Bürgerschaftsabgeordneten Prahl

Schon morgen möglich: Schnellstraßennetz in Hamburg für wenig

"In Hamburg gibt es ein bisher noch unentdecktes Netz von Schnellstraßen. Durch einfache Beschilderung und Umschaltung von Ampeln könnten diese Straßen den rapide wachsenden Verkehr sofort wirksam entlasten." Diesen Vorschlag macht der Bürgerschaftsabgeordnete Hansjoachim Prahl (CDU).

Er hat seinen Plan heute den Hamburger Verkehrsbehörden und dem Verkehrsausschuß der Bürgerschaft flbersandt, um ihn dort cur Diskussion zu stellen.

Prahls Idee: Stadtautobahn und Wallring nehmen den Bauetat der Hansestadt in den nächsten Jahren derartig in Anspruch, daß für weitere Vorhaben kein Geld vorhanden sein wird. Die geplanten neuen Straßen schaffen außerdem für den "Radikalverkehr", den Verkehr in Richtung Vororte, nur wenig Luft. In Hamburg sind jedoch mehrere Straßenzugpaare vorhanden, die nebeneinanderliegend annähernd parallel über eine beachtliche Länge verlaufen. Diese Stra- ßenpaare müßten zu Einbahnstraßen erklärt werden. Die eine Straße stadteinwärts, die andere -auswärts. Vorteile des Systems:

O Keine Umbauten oder Neubauten notwendig. Ganz geringe Kosten.

Ö Etwa dreifache Steigerung der Kapazität dieser Straßen.

O Verkehrsampeln können auf "echte" Grüne Welle geschaltet werden. O Linksabbieger können ungehindert abfließen und behindern keinen Gegenverkehr.

O Verringerte Gefahr für Fußgänger, da sie nur auf eine Richtung zu achten haben.

O Tempo 50 könnte auf 60 oder 70 erhöht werden.

Schwierigkeiten werden dort zu erwarten sein, wo Straßenbahnen verkehren. Diese können nicht ohne weiteres umgeleitet werden. Prahl nimmt jedoch an, daß durch den U-Bahn-Neubau dieses Problem ohnehin gelöst wird. Er hofft, daß sowohl die Behörden als auch die Bevölkerung zu seinem Plan möglichst bald Stellung nehmen. hwb

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