Senat übergab 2. Vierjahresplan der Bürgerschaft

Stadtautobahn leider noch nicht auf dem Straßenprogramm

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Der Senat hat jetzt sein bereits im August des vergangenen Jahres von der Baubehörde vorgelegtes 2. Vierjahresprogramm für den Straßenbau der Bürgerschaft übergeben. Von 1963 bis 1966 soll für insgesamt 657 Millionen Mark eine Reihe der dringendsten Bauvorhaben in der Innenstadt und auf den Ausfallstraßen erledigt werden.

Die Stadtautobahn als kreuzungsfreie Quer- und Längsverbindung in der Stadt steht leider noch nicht auf dem Programm. Erst nach 1966 wird man damit beginnen.

Eine durchgreifende Entlastung der Straßen oder auch nur eine Verflüssigung des Verkehrs wird man also auch von diesem zweiten Straßenbauprogramm nicht erwarten dürfen. Der Senat nennt in seiner Vorlage die Hauptursache: die immer weiter anschwellende Fahrzeuglawine. Die Zahl der Personenwagen allein werde sich um 42 Prozent von 250 000 Stück auf 360 000 erhöhen. Die neuen Besitzer seien überwiegend Lohn- und Gehaltsempfänger, die ihren Wagen nur benutzen, um damit zur Arbeit zu fahren. "Für diese Belastungen kann das Straßennetz nicht ausgebaut werden", stellt der Senat fest.

Hamburg wird deshalb weiterhin auf den Ausbau der U- und der S-Bahn setzen. Um jedoch den Kraftverkehr, der für das Wirtschaftsleben unentbehrlich ist, auch künftig störungsfrei abwickeln zu können, müsse der Ausbau der Straßen weitergehen.

Im 2. Vierjahresprogramm, das sich jetzt auch zeitlich mit den Bauplänen des Bundes deckt, sind dazu die folgenden wichtigsten Maßnahmen vorgesehen: O Ausbau des Wallrings zwischen Deichtorplatz und Georgsplatz in der "zweiten Ebene", ein 500 Meter langer Straßentunnel.

O Eine zweite Unterführung unter dem Eisenbahndamm zwischen Esplanade und Alsterglacis.

Q Ein Fußgängertunnel am Stephansplatz.

O Verbreiterung des Dammtordamms und Umbau der Eisenbahnbrücke am Dammtorbahnhof.

O Verbreiterung der Bremer Autobahn zwischen Georgswerder und Horster Dreieck auf sechs Spuren.

O Fertigstellung der Umgehungsstraßen für Eidelstedt und Schneisen (diese Straßen werden später in das Stadtautobahnnetz einbezogen).

O Neue Zubringerstraßen zur südlichen Umgehung der Autobahn, die im Frühjahr fertig wird. Dazu gehören: Autobahnzubringer öjendorf, ein Straßendurchbruch von der Bürgerweide zur Sievekingsallee, ein neuer Verkehrsknoten an der Horner Rennbahn mit Ausbau der Rennbahnstraße über Hörn und Billbrook bis Moorfleet.

0 Autobahnzubringer Billstedt über Deichtorplatz, Spaldingstraße, Eiffestraße, parallel zur Umgehungsstraße Kirchsteinbek.

O Ausbau des Straßenzuges Berliner Tor ? Mundsburg ? Eppendorfer Marktplatz ? Siemersplatz.

© Ausbau eines "mittleren Straßenringes" von Moorfleet über Rennbahnstraße ? Nordschleswiger Straße ? Habichtstraße ? Jahnring ? Braamkamp ? Tarpenbekstraße ? Breitenfelderstraße ? Gärtnerstraße zum Alsenplatz in Altona.

O Ausbau der Osdorfer Landstraße Richtung Wedel, der Rodigallee, der Kaiser- Wilhelm-Straße u. a.

Ein Teil der größeren Bauvorhaben, wie der Ausbau des Wallrings, kann auch bis 1966 nicht vollendet werden, sondern muß in ein drittes Vierjahresprogramm übernommen werden. Die Bürgerschaft wird am Mittwoch der kommenden Woche über die Pläne beraten, hwb

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