Straßentimnel wird ein technisches Meisterwerk / Umleitungen für drei Jahre

In vier Wochen: Riesenbaustelle vom Steintorwall bis zur

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Noch vor Abschluß des Tunnelbaus soll mit den Arbeiten an der sich anschließenden Überführung über die Kreuzung Ferdinandstor begonnen werden. Im dritten Bauabschnitt soll die alte Lombardsbrücke umgebaut und eine Hochstraße vom , Knotenpunkt Neuer Jungfernstieg/Esplanade bis zum Karl-Muck-Platz geschaffen werden. Im letzten Abschnitt wird der Knotenpunkt Millerntor einen Straßentunnel erhalten und der Wallring hier in die Ost-West- Straße eingeführt.

Die Planungen, zu denen viele Fachleute herangezogen wurden, laufen bereits seit Jahren. Seit 18 Monaten sind Versorgungs- und Abwasserleitungen verlegt worden, damit der Tunnelbau so schnell wie möglich durchgeführt werden kann. "Es wäre eine Kleinigkeit, diesen 810 Meter langen Tunnelbau in der Lüneburger Heide auszuführen. Hier im lebendigen Stadtorganismus türmen sich aber gewaltige Schwierigkeiten auf", bemerkte Bausenator Buch gestern dazu.

Das größte Problem für die drei Arbeitsgemeinschaften, die die Bauausführung übertragen bekommen haben: Es gibt kaum Raum für die Baustellen- Einrichtung. Sämtliche Hauptverkehrsstraßen, die die Baugrube kreuzen, müssen über Notbrücken geführt werden.

Baubehörde und Polizei haben alle Umleitungsmaßnahmen für den Verkehr, die in den nächsten drei Jahren mehrfach wechseln werden, schon

Mit dem Bau des ersten Abschnittes der "Stadtautobahn Wallring" wird am 15. Oktober begonnen. Vom Steintorwall bis zur Kunsthalle am Glockengießerwall wird sich eine einzige riesige Baustelle erstrecken. In dreijähriger Bauzeit soll hier der Straßentunnel entstehen, durch den der Autoverkehr unter den Kreuzungen mit Steinstraße ? Altmannbrücke, Mönckebergstraße ? Steintordamm und Georgsplatz ? Ernst-Merck- Straße hindurchrollen wird. Die Kosten schätzt die Baubehörde auf 65 Millionen Mark. Große Umleitungen stehen bevor.

nau ausgearbeitet. Der Chef des Tiefbauamtes, Professor Sill, hat zugesagt, daß die Belange der Anlieger, so gut es irgend geht, zu jedem Zeltpunkt berücksichtigt werden sollen. *

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Ein technisches Meisterwerk soll der Tunnelbau werden. Die Beleuchtung wird einen guten Übergang vom Tageszum Kunstlicht schaffen. Schallschlukkende Decken und Wände verhindern, daß der Verkehrslärm nach dem Prinzip der Trompete verstärkt aus den Öffnungen dröhnt. In jeder Tunnelröhre werden neun Ventilatoren für gute Belüftung sorgen. Die Windgeschwindigkeit am Ventilatorausgang entspricht mit 30 Metern in der Sekunde der eines Orkans.

Abgestimmt worden sind alle Tunnelbauarbeiten mit dem Neubau der Altmannstraßenbrücke und der beiden gro- ßen Stege im Hauptbahnhof. Diese Überführungen müssen angehoben werden, um Platz zu schaffen für die Elektrifizierung bei der Bundesfahn. ga

Die Fußganger werden im Bereich des Hauptbahnhofes unter die Erde "verbannt". Für sie entstehen unter Mönckebergstraße und Steintorwall sowie von der Spitalerstraße zum Haupteingang des Bahnhofes eigene Tunnel. Das Überqueren der Straßen wird dann verboten sein. Rolltreppen erleichtern die Benutzung der Tunnel, in denen Ausstellungsvitrinen, Automatenreihen und Kioske untergebracht werden sollen.

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