Notfalls mit unpopulären Maßnahmen entgegenwirken

Handelskammer warnt vor Chaos in Hamburgs Straßen

Mit Nachdruck hat die Hamburger Handelskammer in ihrem Jahresbericht auf die immer bedrohlicher werdenden Verkehrsverhältnisse in der Innenstadt hingewiesen. Die Wirtschaft sehe darin eine der größten

Gefahren für Hamburgs Zukunft.

Sorgenkind sei immer mehr der individuelle Berufsverkehr. In dem Bericht heißt es: ?Die Zahl der Berufstätigen, die durch die Fahrt zur Arbelt in die Innenstadt mit eigenem Wagen die Fahrbahnen verstopfen und am Ziel bis in die Abendstunden Straßenränder, Parkplätze und -hiuser blockieren, steigt von Jahr su Jahr In bedrücken-

Einer solchen Entwicklung müsse deshalb durch gezielte, "zwangsläufig auch unpopuläre Maßnahmen" entgegengewirkt werden.

Die Hamburger Wirtschaft könne selbst viel dazu beitragen, den öffentlichen Verkehr wieder bequemer zu machen. Eine Vor- und Rückverlegung des Arbeitsbeginns größerer Hamburger Wirtschaftsgruppen "nur um Viertelstunden" werde die Spitzenbelastungen zur Hauptverkehrszeit erträglicher machen.

Auch dem Vorstoß der Behörden, die Werbungskosten für Autos künftig auch den Berufstätigen zukommen, zu lassen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, steht man wohlwollend gegen- über.

Die Handelskammer stellt sich auch hinter die Maßnahmen sur Bevorrechtigung der Öffentlichen Verkehrsmittel. Beispiel: Gerhof- und Poststraße oder Sonderspur für Hochbahnbusse in den Colonnaden. hwb.

dem Ausmaß." Wollte man allein den Parkraum befriedigen, müßten etwa 50 große Parkhäuser gebaut werden.

Andererseits werde die knappe Verkehrsfläche dringend für den produktiven Geschäftsverkehr benötigt. Man würde den Liberalismus ad absurdum führen, würde man warten, bis die Entwicklung zum Verkehrschaos führt.

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