Aber nur auf sieben Meter / Es war ein Kompromiß

Die Möllner Landstraße wird nun doch ausgebaut

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Der Ausbau der Möllner Landstraße in Billstedt hat begonnen. Für die Autofahrer aus dem Raum Oststeinhek ? Glinde sind damit auf der Fahrt in die Hamburger Innenstadt erhebliche Umleitungen verbunden. Die Anlieger der Möllner Landstraße stöhnen über den Krach der Baumaschinen. Beiden kann man einen Trost geben: Das Ortsamt Billstedt

hofft, daß die Arbeiten schon im Dezember abgeschlossen sind. Um den Ausbau der Möllner Landstraße war in der Bezirksversammlung verbissen diskutiert worden. Immer wieder wiesen die Abgeordneten darauf hin, daß diese wichtige Ausfallstraße den Verkehrsverhältnissen nicht mehr entsprach. Sic war zu schmal und hatte ein Kopfsteinpflaster, das an eine alte Darfstraße erinnerte.

Die Hamburger Straßenplaner erkannten zwar diese Argumente an, verwiesen aber darauf, daß die Möllner Landstraße schon bald ihre Verkehrsbedeutumg verHeren werde, wenn der Ausbau der Zubringerstraße von der neuen Autobahn-Auffahrt öjendorf in Richtung Kattensteert ? Herrmannstal ? Sievekingsallee fertiggestellt sein wird.

Die jetzigen Straßenarbeiten sind ein Kompromiß: Die Mollner Landstraße wird zwischen dem Alten Zoll und der Kapellenstraße auf einer Länge von 250 Metern auf sieben Meter verbreitert (bisher sechs Meter). Außerdem werden so viele Parkbuchten neben der Fahrbahn angelegt, daß Stauungen des Verkehrsstromes durch haltende Fahrzeuge nicht mehr vorkommen sollen. Die gesamte Fahrbahn erhält eine Schwarzdecke. Das ist. aber noch nicht der endgültige Straßenausbau. Später einmal soll die Fahrbahn noch breiter werden. Wann das sein wird, weiß heute noch niemand.

Der endgültige Ausbau würde nämlich den Abbruch mehrerer alter Häuser notwendig machen. Entsprechende Verhandlungen mit den Hausbesitzern werden bereits geführt. Aber sie sind erfahrungsgemäß sehr zeitraubend. Von den vorläufigen Arbeiten, wie sie jetzt erfolgen, sind nur wenige Grundbesitzer betroffen. Sie müssen Teile ihrer Vorgärten abgeben.

Neben der Fahrbahn wird auch ein Radweg angelegt, so daß die Radier aus derri Fahrzeugstram herausgenommen werden. Das ist eine zusätzliche Entlastung. Denn erfahrungsgemäß sind Radfahrer auf engen Straßen eine genauso starke Behinderung für den Kraftfahrzeugverkehr wie jedes andere langsam fahrende Fahrzeug.

Im Zuge dieses Straßenausbaus muß auch die Brücke über den Schleemer Bach verbreitert werden. Außerdem sind Sielbauarbeiten erforderlich. Die Stra- ßenbauer müssen nämlich bedenken, daß im Zuge des U-Bahn-Baues einige Sielleitungen verändert werden müssen. Es würde wohl den Protest vieler Bürger hervorrufen, wenn dazu die gerade fertige Straße wieder aufgerissen würde.

Der Ausbau des Autobahn-Zubringers quer durch Öjendorf läßt vorläufig noch etwas auf sich warten. Es sind umfangreiche Grundstückskäufe notwendig, denn die Straße führt in diesem Gebiet zum Teil über landwirtschaftlich genutztes Gelände. Sobald wie möglich soll mit dem Bau von zwei Brücken begonnen werden. Der Jenfelder Bach und der Schleemer Bach müssen überquert werden.

Wenn diese Straße fertig ist, wird sie sicherlich einen Teil des Verkehrs aus Oststeinbek und Glinde aufnehmen. In Billstedt glaubt man allerdings, daß die Entlastung für die Möllner Landstraße nur gering sein wird, weil die Zahl der Kraftfahrzeuge gerade im Neubaugebiet Billstedt ständig steigt.

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