UNO-Botschafter Saif will die Macht übernehmen

Mit dem Dolch im Gürtel nach Jemen abgeflogen

Eigener Ber leht-an-upl

New York / Sana, 28. September Heute früh ist der jemenitische Botschafter bei der UNO, Prinz Saif al Hassan, überstürzt aus New York in den Nahen Osten abgeflogen.

Prinz Saif, der wie alle Nachkommen Mohammeds im Jemen den Ehrentitel "al Islam" und den Dolch rechts im Gürtel trägt, bezeichnet sich als rechtmäßiger neuer Herrscher des Jemen, mögen die bisherigen Imame gestorben oder ermordet sein.

Der 68jährige Prinz ist der jüngere Bruder des Imams Achmed, der in der ersten Septemberhälfte unter ungeklärten Umständen gestorben ist, und damit der Onkel

von Achmeds Sohn und Nachfolger Mohammed el-Badr, der in der Nacht zu gestern wahrscheinlich ermordet worden ist.

Völlige Gewißheit herrscht nicht über das Schicksal Mohammed el-Badrs. Die Offiziersgruppe, die die "Freie Republik Jemen" ausgerufen hat, meldete gestern den "Tod aller Tyrannen". Der Name el-Badrs war jedoch nicht ausdrücklich erwähnt

Entscheidend für den Ausgang der Ereignisse im Jemen dürfte sein, ob es Prinz Saif gelingt, die Stammeshäuptlinge auf seine Seite zu bringen. Die Häuptlinge können mindestens 400 000 Krieger aufstellen. Die Offiziersgruppe, die in der Hauptstadt Sana an der Macht ist, verfügt nur über etwa 4000 Mann.