Forderung der Geschäftsinhaber Sondersitzung der Interessenverbände

Der Neue Wall nur noch für Fußgänger?

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Eigener Bericht

hn. Hamburg, 17. August

Der Neue Wall, eine der elegantesten Hamburger Innenstadtstraßen, soll zur Fußgängerstraße werden. Das verlangt ein Antrag, der jetzt von der Interessengemeinschaft Neuer Wall, einem Zusammenschluß der Geschäftsleute, bei der Behörde für Wirtschaft gestellt wurde. Nach der Sperrung der Poststraße für heute mittag gut eingespielt zu haben. den Durchgangsverkehr, die den ent- Die Polizei: "Für Anlieger gibt es in der rüsteten Widerspruch zahlreicher Ge- Gerhofstraße, Poststraße und Schleuschäftsleute ausgelöst hat, ist dieser An- senbrücke jetzt viel mehr Platz als Vortrag einer benachbarten Straßengemein- her. Die Kraftfahrer finden fast immer schaft besonders deshalb interessant, Parkraum." Auf dem Dach-Parkplatz weil er eine radikale Abriegelung ver- eines großen Kaufhauses herrscht seit langt. Auch für den Anliegerverkehr. Dienstag sogar gähnende Leere. Der

Der Vorsitzende der Interessen- Parkwächter: "Unsere Kunden wissen gemeinschaft Neuer Wall, Berner, er- nicht, daß ein Einkauf als Anliegerverklärte heute vormittag dem Hambur- kehr gilt."

ger Abendblatt: "Täglich fahren bis zu währenddessen haben die Sperrschil- 20 000 Fahrzeuge durch den Neuen Wall. der an der Gerhofstra ß e auch die inter- Das behindert nicht nur unsere motori- essengem ei ns ch a ften anderer Hambursierten Kunden, sondern auch die Fuß- ger Geschäftsstraßen aufgeschreckt. Die ganger Altere Damen können kaum Meinungen sind geteiIt Am komme nnoch über die Fahrbahn." Berner räumt den Mo " wollen sich die Vorsitzen . jedoch ein, daß nicht alle Geschäftsleute den der Interessengemeinschaften Neuer des Neuen Walls für diese Regelung Colonnaden, Großer Burstah, Spismd. Sie vertreten sogar die Auffassung, taler ' traß Mönckebergstraße, Große gerade sei wich- Bleichen _ Dammtorstraß e und Steintigiurinruescnait, straße in der Handelskammer zu einer

Wir werdenden Antrag sehr wohl- Sondersitzung treffen . Einziger Punkt wollend prüfen", sagte der Leiter des Tagesordnung: die Sperrungen. Verkehrsamtes der Polizei, Runge, dem 6 , tt , . * Hamburger Abendblatt. Es sei allerdings ?Wie das Hamburger Abendblatt erzweifelhaft, ob man ihm voll zustim- ia^ rt ' w? 1 ?*" 1 * e Interessengemeinmen werde. Eine Regelung wie in der Schäften bei künftigen Maßnahmen die- Poststraße, also nur eine Sperrung für ser f Ar * eln Mitspracherecht. Sie wollen den Durchgangsverkehr, sei dagegen S ef / a §t be ?r weitere Schilder d kbar aufgestellt werden. Moglicherweise wer-

Auf jeden Fall wollen die Behörden den sich die einzelnen Gemeinschaften alle Möglichkeiten prüfen, bevor sie sich zu einem Block zusammenschließen, entscheiden. Vor allem muß geklärt sein, Die Forderung des Neuen Walls, den durch welche Straßenzüge der Verkehr Straßenzug ausschließlich Fußgängern umgeleitet werden soll. Der Gr. Burstah zu reservieren, stößt übrigens bei anist schon heute bis zur Grenze seiner deren Interessengemeinschaften auf Leistungsfähigkeit belastet. Ablehnung. Spitalerstraße und Großer

Die Absperrung der Poststraße scheint Burstah: ?Der Durchgangsverkehr ist sich nach Auffassung der Behörden bis für uns lebenswichtig!'*

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