Heute in der "insel" an Erich Grandeit verliehen

Preis für einen Bühnenbildner

Es ist mehr als eine hübsche Geste, wenn von privater Seite ein Preis für künstlerische Leistung gestiftet wird. Architekt Erich Leyser, der seit 12 Jahren in Hamburg ansässig ist und heute sein 75. Lebensjahr vollendet, hat einen

"Bühnenbildner- Preis der .insel'" in Höhe von dreimal je 1000 DM gestiftet, der in drei aufeinanderfolgenden Jahren vorwiegend jüngere Bühnenbildner auszeichnen soll. Der Hamburger Kunstlerklub "die insel" erhält damit eine wertvolle Ergänzung zum "insel-Preis für Schauspieler", dessen Preisträger bisher Uwe Friedrichsen und Luitgard Im waren. .

Mit der heutigen erstmaligen Verleihung des Bühnenbildner-Preises an Erich Grandeit (geb. 1915) wird die

Leistung eines Mannes anerkannt, der allein für das "Theater im Zimmer" während fast 10 Jahren 66 Ausstattungen schuf. Vollzieht sich das Wirken des Bühnenbildners auch in der Stille, so ist seine Arbeit, die von den meisten Theaterbesuchern als selbstverständlich hingenommen wird, ein wesentliches Element jeder Inszenierung.

Grandeit, der nicht nur an Hamburger Bühnen, sondern auch an solchen in Berlin, Basel und anderwärts als Ausstatter wirkt, hat oftmals in Zusammenarbeit mit Helmuth Gmelin zahlreiche moderne Stücke nach Hamburg gebracht und sie technisch spielbar gemacht. Tenessee Williams "Süßer Vogel Jugend" (Thalia-Theater), Bertold Brechts "Mutter Courage" (Hamburger Kammerspiele), Eugen O'Neills "Der große Gott Brown" (Theater im Zimmer), Stücke yon Sartre ("Die Eingeschlossenen"), von Anouilh, Ionesco, Giraudoux u. a. verdanken Grandeits beschwingter Phantasie das unrealistische, oft traumhafte Gewand, das Wirklichkeit und Kunst miteinander verschmolz.

CHR. OTTO FRENZEL,

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