Schleswig-Holstein-Straße endet immer noch auf der Wiese

Dies ist die berühmte Stelle im Norden Hamburgs, an der sich die Mienen der Kraftfahrer jäh verfinstern. Nachdem sie von Ochsenzoll sieben Kilometer weit auf hervorragend betonierter Fahrbahn gen Norden gerollt sind, endet die Schnellstraße ohne erkennbaren Grund im Morast einer völlig aufgeweichten Wiese.

Seit nun annähernd vier Jahren hat sich an diesem abrupten Ende einer Schnellstraße nichts geändert. Seinerzeit war der Weiterbau an Grunderwerbsschwierigkeiten gescheitert. Aus

jener Zeit stammen auch die Schilder am Rande der Fahrbahn, die den Kraftfahrer informieren: Gleich geht die Straße in einen Feldweg über! Aus dem Landesamt für Straßenbau in Kiel ist über dieses bautechnische Fragment zu erfahren, daß man Großes mit der "Unvollendeten" vorhat. Vermutlich im nächsten Jahr ? vielleicht auch später ? soll die Straße, die .bereits den Namen "Schleswig-Holstein-Straße" trägt, bis in den Raum Henstedt ? Kaltenkirchen verlängert werden. Seit dem 1. Januar dieses Jahres hat dies erwartete Baugeschehen bereits einen besonderen Akzent bekommen: Es wurde beschlossen, die Schleswig-Holstein- Straße zur Bundesstraße 433 zu machen. Für den Ausbau ist also der Bund zuständig.

Bevor jedoch Im nächsten oder übernächsten Jahr die Bauarbeiter anrükken, soll vom plötzlichen Ende der Straße eine provisorische Verbindung zur Ulzburger Straße in Harksheide hergestellt werden. Darauf warten die Harksheider seit Jahren. Übrigens auch die Kraftfahrer, die jetzt am Rande der feuchten Wiese kehren müssen. hn.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1962