Wiege der Turnkunst St. Pauli

Eigener Bericht

HR Hamburg, 31. März Am 1. April besteht der Hamburg -St-Pauli-Turnverein ein Jahrhundert. Er entstand aus dem Zu-, sammenschluft des "Turnverein in St. Pauli und vor dem Dammthore" mit dem Hamburger Männer- Turnverein.

Senator Godeffroy vermittelte für den Zusammenschluß persönlich, um da-

Ein oher Turnverein wird hundert Jahre alt

durch in der Lage zu sein, dem neuen, größeren Verein ein Grundstück für den Bau einer Turnhalle zu übereignen. Nach langwierigen Debatten um die Namensgebung entstand der Hamburg-St. Pauli Turnverein am 1. April 1862 in der Holstentor-Halle. An der Feldstraße baute er sich die erste eigene Turnhalle.

Eine glückliche Zeit

Vor 60 Jahren, also 1902, hatte der Verein 175 000 Mark zusammen, mietete ein Grundstück am Heiligengeistfeld und schuf die größte Turnhalle Hamburgs. Damit begannn eine glückliche Zeit für diesen Turnverein, der bald 2 000 Mitglieder zählte. 1910 entstand die Fußballabteilung F. C. St. Pauli unter den Fittichen des Turnvereins 1925 trennte man sich. Im letzten Krieg ging die Halle durch Bomben fast völlig verloren, nur ein kleiner Teil blieb bestehen. Nach langen Verhandlungen erneuerte man den kleinen. 300 Quadratmeter umfassenden Turnsaal mit finanzieller Unterstützung des Hamburger Sportbundes ? und neues Leben wudis aus den Ruinen. Bald zahlte man wieder 600 Mitglieder. Dann begannen die Vorarbeiten für die Gartenbauausstellung 1963. und nun war endgültig Schluß mit dem Torso an der Budapesler Straße. Der Verein bekam für die Turnhalle an der

Jan-Falkenburg-Straße einen Sondervertrag mit der Schule, ein Vereinshaus und damit im 100. Jahre des Bestehens wieder eine neue Heimat. Glücklich werden die St.-Paulianer aber erst sein, wenn auch die letzten Formalitäten erfüllt sind und man mit praktischen sportlichem Arbeiten beginnen kann.

Erster Städtekampf

An der Budapester Stra- ße reißt inzwischen die Spitzhacke die letzten Mauern einer Halle ein. in der das Kunstturnen in Deutschland seinen Anfang nahm. Hier wurde am 24. Oktober 1920 der erste Städtekampf zwischen Berlin und Hamburg ausgetragen, aus dem sich der Drei-Städtekampf unter Hinzuziehung von Leipzig und eine wei'cre rege Wcttkampltätigkcit der bis dahin sehr zurückgezogen lebenden Turner entwikkelten.

Der Sport im Turnen, das Kunstturnen, nahm seinen Anfang auf St. Pauli. Er ist heute zu einer weltweiten Angelegenheit geworden, innerhalb von nur 40 Jahren . . .

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