Stadtautobahnen und Hauptverkehrsstraßen Jetzt auch Forderung der SPD / ,Mehr Tempo'

Der Straßenbau muß endlich Vorrang haben

Vorrang für den Bau von Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen in Hamburg! Dieser Forderung des Hamburger Abendblattes schloß sich gestern auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft, Gerhard Brandes an. In der vergangenen Woche hatte auch Erik Blumenfeld, der Landesvorsitzende der CDU, eine Forcierung des Straßenbaus gefordert, so daß sich in dieser für Hamburg lebenswichtigen Frage endlich Einigkeit anbahnt. Brandes kam auf einer Rundfahrt seiner Fraktion über die schlecht ausgebauten und zum Teil stark verstopften Straßen im Bezirk Wandsbek zu der Erkenntnis, daß der Straßenbau das Problem Nummer eins geworden ist. Vor fünf Monaten noch hatte er es für seine Fraktion abgelehnt, mehr Geld für den Straßenbau auf Kosten anderer Vorhaben herzugeben. Brandes gestern: ?Nach der Verdreifachung der Tiefbaukapazität 1957

des 1961 ist jetzt eine weitere Vervielfachung in der nächsten Legislaturperiode (1961/65) erforderlich. Falls die Steuereinnahmen weitersteigen, brauchen wir die Gelder für andere Vorhaben nicht zu kürzen, ist dies aber nicht der Fall, dann müssen wir die Schwergewichte verlagern.

Der Schulbau wird in den kommenden Jahren ohne Zweifel weniger Geld brauchen", sagte Brandes, "der Verkehr wird künftig die gleiche Vorrangstufe wie der jetzt schon an der Spitze stehende Wohnungsbau bekommen, wenn er den Wohnungsbau nicht sogar überflügelt!"

Hauptsächlich, meinte er, müssen mit besonderer Eile die Straßenzüge ausgebaut werden, die Vororte untereinander oder mit der Innenstadt verbinden. "Da bleibt noch eine ganze Menge zu tun", stöhnte Brandes nach der Rundfahrt.

Auch das Thema "Stadtautobahn" packte der SPD-Politiker an. "Recht bald, möglicherweise schon 1961, sollten wir diese Projekte mit einem Tempo anfangen, das alles Frühere in den Schatten stellt." /

Brandes' Vorschlag, im nächsten Jahr schon den Stadtautobaihn-Bau' zu forcieren, ist praktisch durchführbar. Der von der Bürgerschaft bereits verabschiedete Etat 1962 enthält nur Fortsetzungimaßnahmen. Das Parlament hat damit dem neuen Senat, der nach der Bürgerschaftswahl im Herbst konstituiert wird, die Möglichkeit gelassen, Geld für neue, große Projekte nachträglich zu beantragen. L

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(Siehe auch die Stellungnahme von Bausenator Buch zum Thema Hamburger Straßenbau auf Seite 13).

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