Und noch vier Premieren zum Wochenende

"Die seltsame Gräfin"

Es ist tatsächlich unmöglich, einen Krimi von Edgar Wallace unverfilmt zu lassen. Die Storys sind einfach zu photogen! Auch diese: das Unheimliche umkreist eine kleine Sekretärin. Ein Komplott der Teuflischen soll sie zwischen Spukschloß und Irrenhaus zur Strecke bringen. Hände greifen, Fallen öffnen sich, ein Idiot schleicht nach der Beute seines Wahns. Das nimmt die Nerven ganz schön mit. ? Diesmal hat Josef von Baky Wallace- Regie geführt. Auf Anhieb perfekt. Das Beachtlichste: die Auswahl seiner Figuren. Brigitte Grothum und Joachim Fuchsberger im Zusammenspiel mit den Großen einer Filmgeneration: Lil Dagover, Marianne Hoppe, Rudolf Fernau, Fritz Rasp. Entfesselter Einzelgänger: Klaus Kinski (Passage). . Jh.. Schau. Nun ist aber schon das Christentum der ahnungslosen Welt immer als eine Torheit erschienen. Die filmische Torheit kann daran auch nicht mehr viel verderben. Man mag es also hinnehmen, daß diese Geschichte nun

Höhe 24 antwortet nicht ...t

Israels erster Spielfilm stellt sich vor. Mit dem Kampf dreier Männer und einer Frau um eine von den Arabern besetzte Höhe an der Straße nach Jerusalem soll den Streitern um die Freiheit des jungen Staates ein Denkmal gesetzt werden. Der Kamera gelingen dabei eindrucksvolle Bilder. In der Hauptrolle Haya Harareet, die uns aus Ben Hur noch in guter Erinnerung ist. (Atlantic, Millerntor) -us

Der Sarg des Vampiro

Ein Toter steigt aus seinem Sarg und nimmt sein früheres Leben als blutsaugender Vampir wieder auf. Er schreitet durch Wände und flattert zuweilen als Fledermaus umher, er hypnotisiert und massakriert ? doch niemand nimmt das ernst oder kuschelt sich gar in wohliges Gruseln. Da ist man längst stärkeren und mit mehr Logik fermentierten Tobak gewohnt. (Radiant Reeperbahn) Id.

Franz von Assisi

Wenn 20th Century Fox das 13. Jahrhundert des heiligen Franz von Assisi in den geübten Griff zu bekommen sucht, beschleicht uns genau jene Sorge, die der Film dann in allen Farben des Cinemascope-Spektrums bestätigt: das Heiligenleben als fromme

auch noch erzählt werden mußte. Es gab schon besser erzählte. An solche mag man sich bei dieser Gelegenheit erinnern. (City). WMH.

Die blonde Venus

Vermag die Tänzerin Virginia (Anita Ekberg) den Schock, den ihr der Überfall eines entsprungenen Irren versetzte, zu überwinden? Wer ver- übte den zweiten Mordanschlag, und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Psychiater, der sie im Sanatorium behandelt hat, nun als ihr Manager mit ihr zieht und sie nicht mehr aus den Augen läßt? Diese Fragen werden

folgerichtig und ohne die Spannung zu zerstören aufgebaut und beantwortet. Da auch die Handlung nicht überladen und nicht allzu künstlich verwirrt ist, entstand hier ein Krimi, der seinem Anspruch gerecht wird. (Kurbeln Nobistor und Berliner Tor.)

Kas.