Willi Stettner gestorben / Sie nannten ihn "Bubi"

Der Buffo vom Spielbudenplatz

In der Schweiz, wo er seit seiner Emigration lebte und künstlerisch tätig war, ist, nicht ganz siebzigjährig, Willi Stettner gestorben. "Bubi" nannten ihn seine vielen Freunde und Verehrer aus der Hamburger Operettenzeit der zwanziger Jahre. Unter Hans Baars und dann unter den Richters fehlte der drollige Buffo mit den Kulleraugen bei kaum einer großen Premiere am Spielbudenplatz. Neben dem im Frühjahr verstorbenen Egon Brosig, neben Franz Felix, Grete Sedlitz und Isa Roland gehörte der häufige Partner des gastierenden Richard

Tauber zu den Vielumjubelten Lieblingen von St. Pauli. Das Theaterblut war ihm vererbt worden. Emil Stettner, sein Vater, stand fünfzig Jahre lang als vortrefflicher Chargenspieler im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses. Und in der Kirchenallee begann in der Berger- Zeit auch Willis Bühnenlaufbahn ? mit dem Tellknaben, mit Schusterjungen und Laufburschen. Die Jahre auf St. Pauli machten ihn reif für Berlin, wo sich die Hamburger Erfolge auf den Saltenburg-Bühnen und im Metropol-Theater wiederholten. p. m.

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