Der Aussichtsturm hat doch Aussichten

Mehrheit des Haushaltsausschusses für den Bau Was die Bürgerschaft beschließt, ist noch völlig offen

Der am Millerntor geplante 140 Meter hohe Aussichtsturm mit drehbarem Cafe U nd Restaurant soll doch gebaut werden. So hat sich gestern abend ? nach vierstündiger Diskussion ? die Mehrheit des

Haushaltsausschusses entschieden.

Nun hat die Bürgerschaft auf ihrer Sitzung am 14. Juni das letzte Wort zu der heiß umstrittenen Frage, ob Hamburg einen solchen Aussichtsturm (Kosten sechs Millionen Mark) bauen soll.

Wie erwartet, gingen auch gestern abend die Meinungen im Haushaltsausschuß quer durch alle Fraktionen. Von den 20 Mitgliedern waren 13 (8 SPD, 5 CDU) für den Bau des Aussichtsturms und 7 Ausschußmitglieder (3 SPD, 2 CDU, 2 FDP) dagegen. Der Haushaltsausschuß der Bürgerschaft hat sich mit seiner Entscheidung zugleich dafür ausgesprochen, die Krankentransportzentrale an der Glacischaussee abzubrechen und eine neue Zentrale in Groß-Borstel zu bauen. Das macht allerdings zusätzliche Kosten von rund drei Millionen Mark aus. Der Vorschlag, den Aussichtsturm auf dem Heiligengeistfeld zu errichten (dann brauchte man nicht die Krankentransportzentrale abzureißen!) fand keine Gegenliebe. Auf dem alten St.-Pauli- Sportplatz an der Ecke Glacischaussee und Budapester Straße würde er den U-Bahn-Schacht bedrohen, auf der Mitte des Heiligengeistfeldes zu nahe an die Bunker kommen und den Dombetrieb stören, argumentierte man.

Nach der so geteilten Aufnahme im Haushaltsausschuß ist noch völlig offen, ob sich auch in der Bürgerschaft eine Mehrheit für das Turmprojekt findet. Es bleibt die Gewissensfrage, ob man für den Bau des Aussichtsturms die Krankentransportzentrale abreißen will. Dazu wird es noch heftige Debatten geben. thi.

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