Jetzt Gegenverkehr / Unverständliche Verzögerungen

Am Siemersplatz nehmen Umleitungen kein Ende

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HANS-JÜRGEN MÜLLER

Für die Anlieger am Siemersplatz, am Lokstedter Steindamm und an den beiden großen Umleitungen Lokstedts sin4 die Unannehmlichkeiten noch nicht zu Ende. Seit heute rollt zwar über die aus der Stadt kommende Fahrbahnhälfte der Verkehr, aber zum Ärger aller Verkehrsteilnehmer in entgegengesetzter Richtung.

Die Anwohner der Eppendorfer Seite frohlockten, als "ihre" -Fara bahnseite zuerst fertig zu werden schien. Das schien für viele Menschen dort endlich Ruhe nach den lauten Wochen des Umleitungsverkehrs zu bedeuten. Seit heute aber weiß man nun, daß sich diese Leute zu früh gefreut haben. Merkwürdigerweise wird jetzt der aus Richtung Schneisen kommende Verkehr auf die fast fertige aus der Stadt kommende Fahrbahn geleitet.

Keinen Anlaß zum Frohlocken haben allerdings die Bewohner der "Lokstedter Seite". Wer glaubt, daß die Umleitungszeit auf dieser Seite vorbeiist, irrt sich. Nur eine Woche dauert die gegenwärtige Regelung. Danach wird alles wieder umgedreht. Dann wird die gestern fertiggestellte Hälfte des Lokstedter Steindamms tatsächlich für den aus der Stadt kommenden Verkehr benutzt und die alte Lokstedter Umleitung Stapelstraße ? Grandweg wieder in Betrieb genommen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Bauzeit, ebenso wie der Verdruß der betroffenen Bewohner, verlängert.

Wie kommt 1 es zu diesem etwas durcheinander geratenen Bauablauf der Straße kurz vor ihrer Vollendung? Oberbaurat Kurt Wonsyld, Leiter der Tiefbauabteilung im Eimsbütteler Bezirksamt, erklärte dem Hamburger Abendblatt: "Anschluß . und Verbreiterung an der Ecke Stapelstraße sind noch nicht fertig. Um diese Arbeiten beenden zu können, braucht die ausführende Firma den gesamten Platz der Stapelstraße. Der große Umleitungsverkehr würde die Arbeiten stören wenn nicht unmöglich machen. Deswegen wird dieser Verkehr jetzt über die falsche Fahrbahn , des Lokstedter Steindamms geleitet." Diese Arbeiten in der Stapelstraße sollen nach Angaben vqri Oberbaurat Wonsyld in einer Woche abgeschlossen sein.

Sicher werden die geplagten Bewohner an den Unileitungen auch über diese Enttäuschung * hinwegkommen, denn sie sind Kummer gewohnt. Ursprünglich sollte die erste Fahrbahn bereits am 15. Oktober fertig sein. Materialschw^erigkeiten sollen an dieser Verzögerung schuld sein. Noch heute fehlt allerdings ein kleines Stück Teerdecke auf der an sich fertigen Fahrbahn am Siemersplatz. Diese Panne macht ziemlich offenkundig, daß die Zahnräder der beteiligten Bau-

unternehmen und der Behörden nicht immer ineinandergegriffen haben. Hier kann keine Materialknappheit vorliegen, denn für einige Quadratmeter Straßendecke sollte in Hamburg wohl Material aufzutreiben sein.

Sind die Firmen, die oft an mehreren Baustellen gleichzeitig beschäftigt sind, arbeitsüberlastet, so daß sie mit ihren Arbeitsterminen ins Gedränge kommen?

Die Straßenbauer des Bezirksamtes wollen ihr Möglichstes tun, um für die Geschäftsleute am Lokstedter Steindamm das Weihnachtsgeschäft zu retten. Bis Mitte Dezember sollen beide Fahrbahnen, sowie die Fuß- und Radwege fertiggestellt sein. Außerdem hat das Bezirksamt bereits einen "Aufgrabungsstopp" verfügt, so daß die Eingänge der Geschäfte nicht von Aufgrabungen für Leitungen und Siele "belagert" werden.

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