Wieder ein Wallace und noch sechs Premieren

Die Bande des Schreckens

Der gute alte Edgar Wallace hat's dem deutschen Film offensichtlich angetan. So wäre dieser von Dr. Reinl inszenierte Streifen denn also glücklich die vierte deutsche Wallace-Verfilmung in kurzer Zeit. Dem Dr. Reindl freilich scheint Wallace nicht so ganz zu liegen: Aus dem Krimi wird unter seiner Jlegie unversehens fast so etwas wie ein Horror-Film. Das macht, er vergröbert die Effekte, er putzt sie auf wie einen Weihnachtsbaum, an dem statt der Glaskugeln die Leichen hängen, und er verklamottet .jene unnachahmliche britische Ironie, mit der Wallace seine Greuel für uns erträglich macht. (Der Erfolg: das Publikum lacht gerade dann, wenn es nicht lachen soll.) Es ist eben nicht jeder gleich ein Hitchcock. Die Akteure freilich tun ihr Bestes. (Darunter die Flickenschild, Fritz Rasp, Fürbringer und ? als etwas biederer Kommissar ? Fuchsberger), und sogar die Spannung bleibt bis zum überraschenden Ende ziemlich erhalten. Denn Edgar Wallace ist nun mal nicht totzukriegen. (Passage) hen

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