Vera Tschechow" darf nicht heiraten

Mutter Ada ist dagegen

Von unserer Berliner Redaktion

b. Berlin, 7. Oktober

Durch das Heiratsverbot Ihrer Mutter Ada ist die hektische Romanze zwischen der 20jährigen Filmschauspielerin Vera Tschechowa und ihrem 28 jährigen Kollegen Hartmut Reck bekanntgeworden. "Der Schleier fiel", hieß der Film, bei dem Vera, der jüngste Sproß der Film-Dynastie Tschechowa, sich bei den Dreharbeiten in den etwas labilen Schauspieler verliebte. Gegen den Willen ihrer Mutter Ada verlobte sie sich kurze Zeit später mit Reck. Die beiden wollen jetzt möglichst schnell heiraten, weil die junge Schauspielerin ein Kind erwartet.

Da Vera erst am 22. Juli nächsten Jahres volljährig wird, ist das verweigerte Ja- Wort der Mutter zunächst eine unumschiffbare Klippe. Vera erwägt jetzt auf Anraten ihres Berliner Rechtsanwalts, beim Gericht die Heiratsgenehmigung zu beantragen, um das Kind ehelich zur Welt bringen zu können.

Ada Tschechowa wehrt sich gegen die Heirat ihrer Tochter, weil nach ihrer Ansicht die Ehe mit Reck Vera nur ongÄcklicftinachen-kann. HartomtfReek soll häufig dem Alkohol zugesprochen und im Rausch gewalttätig gewesen sein. Den Ausschlag für die ablehnende Haltung Ada Tschechowas hat ein peinlicher Zwischenfall gegeben, der sich kürzlich in Göttingen abgespielt hat. Hartmut Reck soll dabei in angetrunkenem Zustand gewaltsam in das Zimmer eingedrungen sein, in dem Vera und ihre Mutter schliefen. Dabei soll sich der Schauspieler so brutal gegen Ada Tschechowa benommen haben, daß ihn eine Funkwagenbesatzung abführen mußte.

Hartmut Reck ist erst vor einiger Zeit nach dem Westen gekommen. Bis dahin spielte er in Ost-Berlin Theater und

war Star der staatlichen Zonen-Filmgesellschaft DEFA. Im Westen wurde er durch eine Stuttgarter Fernsehinszenierung als Raskolnikow nach dem berühmten Roman Dostojewskijs bekannt.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.