Gimmi war bester Pyrenäen-Kletterer

Die Tour forderte Opfer

Sport-Informatlons-Dienst

Luchon, 7. Juli

Nicht ein großer Kampf zwischen den Favoriten, sondern der überraschend glatte Sieg des 24jährigen Schweizers Kurt Gimmi drückte der elften Etappe der 4 7. Tour de France, die auf den 161 Kilometern von Pau nach Luchon mit den drei Pyrenäen-Pässen Tourmalet, Aspin und Peyresourde die bisher größten Schwierigkeiten stellte, ihren Stempel auf. Kurt Gimmi, bisher zwar als guter, aber keineswegs überragender Bergfahrer bekannt, gewann auf allen drei Paßhöhen die hochdotierten Wertungen und erreichte das Ziel als umjubelter Sieger mit 1:51 Minuten Vorsprung vor dem Italiener Pambianco.

Wichtiger aber war vielleicht noch die Tatsache, daß der Italiener Gastone Nencini als Träger des gelben Trikots seinen Vorsprung gegenüber dem Franzosen Riviere als seinem bisher stärksten Gegner auf 1:38 Minuten ausdehnen konnte, wobei

allerdings zu bemerken ist, daß weder Riviere noch Hans Junkermann, der als Siebter am Ziel eintraf und damit seinen fünften Platz in der Gesamtwertung verteidigte, mit voller Kraft fuhren.

Erschwerend für Junkermann wird in den folgenden Etappen ins Gewicht fallen, daß er mit Manfred Donike und Hans Jaros z e w i c z, die als Bahnfahrer sich den Strapazen der Paßhöhen nicht gewachsen zeigten und aufgaben, zwei wertvolle Helfer innerhalb der Mannschaft verloren hat, die jetzt nur noch fünf Mann stark ist.

Kurt Gimmi startete schon vor der ersten Paßhöhe, dem gefürchteten Tourmalet (2114 m), seinen Angriff. Auf dem zweiten Berg, dem Aspin (1480 m), besaß der Schweizer schon vier Minuten Vorsprung und wehrte auch auf dem 1563 m hohen Peyresourde alle Angriffe seiner Gegner ab. Gimmi setzte sich damit auch in der Bergwertung an die Spitze und erhöhte gleichzeitig auch das finanzielle Konto der Eidgenossen ganz beträchtlich.

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