.Frauen in Teufels Hand"

Hochzeitsglocken und Zimmergeflüster

Hinter schwülstigem Filmtitel verborgen ein spannender und nahtloser Spionagefilm aus dem Berlin vor dem Rußlandfeldzug. Schauplatz der Handlung vorwiegend die vielen Zimmer eines intimen Vergnügungsetablissements für allerhöchste Regierungsgäste und andere prominente Zerstreuungssucher. Unten im Keller aber hört die Gestapo das Zimmergeflüster ab. Hier begegnen sich Major Berg (Helmut Schmid), ein deutscher Abwehroffizier in der Rolle eines sowjetischen Spions, und die Sängerin Marina (Maria Sebaldt), eine russische Agentin. Statt sie zu verhaften, versucht Berg jedoch, sie entkommen zu lassen. Hier verzichtet der zeitweilig frivole Streifen auf das Happy-End, das sich schon anzubahnen drohte. Sieger bleibt der stiernakkige Obersturmführer Schmielke, von Emmerich S c h r e n k mit verbohrter NS-Zackigkeit glänzend dargestellt. Bester Darsteller jedoch: Boy Gobert, als fahrig, glatter Taschendieb und Kellner, der für Führers Endsieg dezent die Brieftaschen der Gäste "sortiert". (Savoy) hjm

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