Geringfügige Umsatzsteigerung bei der Hüttenwerke Siegerland AG

Verminderte Erlöse im Export

Düsseldorf, 22. Min Bei der Hüttenwerke Siegerland AG hat der Export nur noch unbefriedigende Erlöse gebracht. Dies mag mit ein Grund für die unveränderte Dividende sein. Die Gesellschaft wird, wie berichtet, für 1956/57 lediglich wieder 9 ?/. Dividende ausschütten. Der Umsatz hat sich bei dem Unternehmen mengenmäßig kaum verändert

Der zum 11. April nach Düsseldorf einberufenen HV der Hüttenwerke JSiegerland AG in Siegen wird vorgeschlagen, für 1956/57 (30. 9.) auf das

Grundkapital von 46 Mill. D-Mark wieder 9 Prozent

Dividende auszuschütten. Großaktionäre sind mit über 50 Prozent die Dortmund-Hörder Hüttenunion AG, Dortmund, und mit über 35 Prozent die August-Thyssen-Hütte AG in Hamborn.

Siegerland berichtet über einen flüssigen Absatz der Feinblecherzeugung; Indessen wird erwähnt, daß die Exporte meist nur unbefriedigende Erlöse brachten. Dies mag mit ein Grund für die unveränderte Dividende sein, zumal da andere Hüttenwerke, die ebenfalls Ihre Dividende nicht mehr erhöht haben, 1956/57 die unbefriedigenden Erträge aus dem Inlandsgeschäft mit den noch über den Inlandspreisen abgeschlossenen Exporten aufbessern konnten.

Die Hüttenwerke Siegerland selbst steigerten ihren Umsatz nur noch unbeträchtlich auf 468 (465) Mlll. DM, kamen aber zusammen mit den Tochtergesellschaften Friedrichshütte AG ln Herdorf und Blefa ? Blechwaren- und Faßfabrik GmbH ? ln Kreuztal noch auf einen um 3 (16) Prozent über dem Vorjahresumfang liegenden Umsatz von 591 (573) Millionen DM. Da dabei aber die Eisenpreiserhöhung vom Oktober 1956 berücksichtigt werden muß, ist auf einen nur knapp gehaltenen Mengenversand zu schließen.

Die Stagnation In den Umsätzen Ist keine Folge der Marktverhältnisse; vielmehr wird betont, der Absatz hab" sich lm Rahmen der Prodiiktlonsmöglichkelten bewegt. Die Rohstahlproduktion blieb mit 353 200 (357 900) t etwas hinter den VorJahreszahlen zurück, da einige normale Neuzustellungen im Stahlwerk angefallen seien. Im Juli 1958 wurd" allerdings ein neuer Siemens-Martin-Ofen ln Betrieb genommen, der künftig die Stahlkapazität erweitert, zugleich aber einen Rückgang der zum Verkauf verfügbaren Roheisenmenge um monatlich 2000 bis 2500 t verursacht. Auf 289300 (303900) t fiel die Produktion von Platinen und noch stärker auf "67300 (692400) t die Feinblecherzeugung. Damit Ist der Anteil der Hüttenwerk" Siegerland und Ihrer Tochtergesellschaft Friedrichshütte an der westdeutschen Feinblechproduktion von 12,2 auf 10,8 Prozent gesunken.

Brennstoff-, Material- und Lohnkosten seien weiter gestiegen. Der Stoffaufwand wurde mit 349 (310) Mlll. DM, der Brannstoffverbrauch mit unverändert 48 Mlll. DM genannt, die Ertragsverschlechterung durch höhere Kosten habe Insgesamt > Mlll. DM betragen. FUr ein" bei Siegerland und den beiden wichtigsten Töchtern von 9751 auf 10 148 Personen vergrö- ßerte Belegschaft wird ln der kosolldlerten Ertragsrechnung ein Personalaufwand von 70,57 (67,24) Mill. DM ausgewiesen. Der freiwillige Sozialaufwand wuchs auf 9,41 (8,49) Millionen DM. Der Jahresgewinn ist nach 0,01 (0,93) RUcklagenzuwelsung mit 4,14 wieder auf die Dividende zugeschnitten. Besonder" beachtlich ist die Steigerung der Investitionen auf 27,31 (17,32) Mill. DM, die von Abschreibungen (12,81) nur zum Teil finanziert wurden. Das laufende Produktionsprogramm erfordere bei der HWS noch 15,1 und im Konzern 18,2 Mlll. DM. Die Rücklagen übersteigen mit 63,41 (62,95) ln ansehnlichem Umfang das Grundkapital. Von einer befriedigenden Entwicklung wird für das lautend" Geschäftsjahr berichtet.

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