Drei neue Filme in Hamburg

Heinz Rühmarm als "Der Mann, der nicht nein sagen konnte"

Man muß wissen, was man will, was man kann und darf. Auch beim Filmemachen. Man kann nicht, wenn man einen noch so schüchternen sozialen Appell in einem Film vortragen will, das Thema selbst zur Klamotte, gar noch mit Schnulzenzügen, machen. Man darf es nicht. So aber ist die Geschichte vom hochanständigen Herrn Träumer, der einen Hund kauft, über diesen Hund an ein verwahrlostes junges Mädchen gerät, das er ? zusammen mit zwei anderen, noch mehr verwahrlosten jungen Damen ? im Absteigequartier eines Freundes verbirgt. Diese Geschichte ist schlichtweg abgeschmackt, sofern sie nicht langweilig ist. Da hilft auch kein Heinz Rühmann drüber hinweg. Schade. Hier hätte er nein sagen müssen . . .

Ein Trost: Im Beiprogramm sehen wir die "Kleine Weltentdeckung" von Wolf und Helga Hart. Wie wohltuend ist es, in dieser psychologisch präzisen Beobachtung eines Kindes, das seine Welt erlebt, einem deutschen Kulturfilm zu begegnen, der, mit hohem Können und Liebe gemacht, sein Publikum nicht nur unterhält, sondern ihm ? wenn es nur ein bißchen nachdenkt ? sogar einiges mehr gibt! Und das ganz einfach durch ein Bild der unverstellten Wirklichkeit. Hier kann man wirklich nicht nein sagen! (Passage) hen

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