Bezirksausschuß Nord protestiert gegen Flugzeugkrach

"Nicht mehr auszuhalten"

Einen energischen Angriff gegen die Lärmbelästigung durch den Flugbetrieb in Fuhlsbllttel hat gestern der Bezirksausschuß Nord gestartet. Alle Abgeordneten erklärten in einer gemeinsamen Entschließung, daß der Krach nicht länger mehr zumutbar sei.

Die Kritik des Ausschusses richtete sich weniger gegen den regulären Flugdienst in Fuhlsbüttel. Die Abgeordneten nahmen sich vielmehr die Werft der Lufthansa aufs Korn. Hauptpunkte der Kritik: Das Warm- und Probelaufen der Motoren und die Schulflüge.

"Der Lärm bei den Motorenproben ist so stark, daß die geplante Halle, in der diese Versuche künftig stattfinden sollen, so bald wie möglich gebaut werden muß", erklärte die FDP-Abgeordnete Dr. Erna Witt. Zum Thema Schulflüge trug sie diese fünf Forderungen vor: ? Keine Schulflüge an Sonnabenden, ? Schulflüge montags bis freitags nur bis 16 Uhr,

- nur in Ausnahmefällen Genehmigungen für nächtliche Scfaulflüge, ? kein tiberfliegen der Wohngebiete im Umkreis von fünf Kilometern,

- Verlegung des Schulbetriebs sum Flugplatz Finkenwerder.

Auch dafür setzte sich der Ausschuß ein: Schulflüge mit Düsenmaschinen dürfen auf keinen Fall in Fuhlsbüttel stattfinden und auch Privatflüge sollten nach Finkenwerder verlegt werden.

Die Zukunft des Flughafens beschäftigte den Bezirksausschuß nur am Rande. So forderte Max Raloff (SPD), Fuhlsbüttel mit Rücksicht auf die Anwohner nicht auszubauen, sondern den Düsenverkehr nach Kaltenkirchen zu verlegen. Rudolf Sube (CDU) dagegen vertrat die Ansicht, nicht der Bezirksausschuß, sondern Senat und Bürgerschaft hätten über die Zukunft des Flughafens zu entscheiden.

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