Prof. Sill: Straßen sind dem Verkehr bald nicht mehr gewachsen

Problem Stadtautobahn

"Mit den herkömmlichen Straßen werden wir in absehbarer Zeit in Hamburg nicht mehr auskommen können." Mit diesen Worten nahm Baudirektor Prof. Sill heute morgen erstmals zu dem Problem des geplanten 135 Kilometer langen Stadtautobahnnetzes Stellung, über das das Hamburger Abendblatt bereits mehrmals berichtet hatte.

Dies sind Zahlen, die allen Verkehrssachverständigen zu denken geben: Seit 1950 ist in Hamburg die Zahl der Kraftfahrzeuge um fast 140 Prozent gestiegen. Bereits auf neun Hamburger kommt heute ein Kraftfahrzeug. "Diese unerhört rasche Entwicklung des Verkehrs scheint sich auch für die Zukunft nicht zu verlangsamen", sagte Prof. Sill. Hamburg müsse daher eine stärkere "Entflechtung" des Verkehrs erstreben. "Einer dieser Wege wird der Bau des Stadtautobahnnetzes sein." Wann kann das Projektverwirklicht werden? Professor Sill: ?Noch nicht zu übersehen. Vordringlicher

ist im Moment noch der weitere Ausbau des bisherigen Straßennetzes. Dafür wird noch rund eine Milliarde aufgewendet werden müssen."

Bausenator Dr. Nevermann: ?Es geht zunächst darum, die Planung für dieses Stadtautobahnnetz festzulegen, damit für die Zukunft die erforderlichen Trassen nicht verbaut sind. thi.

Fontäne im Scheinwerferlicht

Gleich zweimal gab es gestern Überschwemmungen als Folge von Wasserrohrbrüchen. Auf der Berliner-Tor- Brücke kam ein Kran einem 30-cm-Rohr zu nahe. Ein kleiner Wildbach rauschte zu Tal. Der Schaden ist jedoch gering, weil die Flut schnell gestoppt werden konnte. Ausgerechnet auf der Kreuzung Marienthaler Straße/Jordanstraße platzte gestern abend eine 10-cm-Leitung. Kraftfahrer sahen die Fontäne im Scheinwerferlicht. Der Verkehr mußte umgeleitet werden.

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