Vorschlag: "Gestaffelte Arbeitszeit!"

Hafen- und Werftarbeiter sollen früher aufstehen

Eigener Bericht

wl. Hamburg, 25. September

Die Staffelung der Arbeitszeiten im Hafen ist der einzige Ausweg zur Entlastung der in den Hauptverkehrszeiten ständig überfüllten Hamburger Verkehrsmittel. Diese Ansicht vertrat heute mittag Diplom- Volkswirt Wilfried Legat vom Statistischen Landesamt auf einer Pressekonferenz im Rathaus. Er gab die Ergebnis" der heute vor zwei Jahren durchgeführten Verkehrszählung für das Hafengebiet bekannt. .

"Allein 35 000 der insgesamt 75 000 im Hafen Beschäftigten beginnen morgens um 7 Uhr mit der^Arbeit," sagte Legat zur Begründung seiner Ansicht. Er schlug deshalb vor, die Arbeitszeiten innerhalb eines jeden Betriebes zu staffeln. Bereits vor dem Kriege hätte man mit

einer Arbeitsstaffelung gute Erfahrungen gemacht, als die Werft von Blohm & Voss die Arbeitszeiten für ihre damals 15 000 Beschäftigten verschieden festlegte, um das Gedränge im Elbtunnel zu mildern. Wie Legat ausführte, könnten die zahlreichen Betriebe im Hafen, die in naher Zukunft ihre Arbeitszeiten verkürzen wollen, damit zugleich auch eine Staffelung einführen. Dabei werde eine spürbare Entlastung der Verkehrsmittel in den Hauptverkehrszeiten erreicht.

Bei einer Arbeitszeitstaffelung im Hafen müßten die Werft- und Hafenarbeiter allerdings früher als bisher aufstehen, denn eine Verschiebung des jetzigen Arbeitsbeginns von 7 auf 8 Uhr sei unmöglich, da in diesen Stunden auch die Arbeit in der Innenstadt aufgenommen wird.

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