Ab Dienstag: Brücke wird umgebaut

Fünfzehn Monate Straßensperrung am Berliner Tor

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Fahren Sie täglich durch Hammerbrook oder Borgfelde? Wenn ja, dann werden Ihnen ab Dienstag die Augen übergehen. Sie werden Verkehrsschilder entdecken, die Sie zu Umleitungen zwingen. Verkehrsampeln werden Sie anblinken, wo am Vortage noch freie Durchfahrt war. Für fünfzehn Monate wird die Berliner-Tor-Brücke gesperrt. Es ist ein Kreuz mit den Kreuzungen in Hamburg! Jedoch sollte es jeder geduldig tragen.

Baudirektor Willigerod, der gestern im Rathaus Einzelheiten über die Gründe der Sperrung berichtete, konnte gleichzeitig mit einem Bonbon aufwarten. Etwa Ende 1961 wird der ganze Straßenzug von der Lombardsbrücke bis zur Norderelbbrücke in neuer Pracht und Breite fertiggestellt sein.

Die Sperrung der Berliner-Tor-Brücke für den Kraftverkehr hängt direkt mit diesem "Endziel" zusammen. Die Brücke wird erweitert. Zum Trost für die Stra- ßenbahn-, S- und U" Bahn-Benutzer: die Sperrung gilt für sie nicht. Die Bahnen fahren auch weiterhin in der altgewohnten Weise.

Es klingt beinahe zu schön um wahr zu sein: In wenigen Jahren werden die großen Verkehrsströme aus allen Himmelsrichtungen zügigdurchHamburg

fahren können. Am Berliner Tor wird der Verkehr kreuzungsfrei abgewickelt, sozusagen zweistöckig. Der Heidenkampsweg geht unter der Bundesbahnbrücke und der Berliner-Tor-Brücke hindurch und mündet in die neue Bürgerweide. Von dort aus geht es über die Wallstraßenbrücke und die Wallstraße weiter in Richtung Lombardsbrücke. Rund 90 Millionen Mark kostet diese neue Nord -Süd -Verbindung durch Hamburg.

Am Montag wird die neue Wallstra- ßenbrücke über die Gleisanlagen der Bundesbahn und der U-Bahn freigegeben. Tags darauf, man will keine Zeit verlieren, beginnen die Arbeiten am Berliner Tor. Der Schweiß, der dort vergossen wird, gilt folgenden Vorhaben: Zwei Richtungsfahrbahnen von je sechs Meter Breite, erhöhter Gleiskörper der Straßenbahn, zwei Haltestellen-Inseln, neue Schutzstreifen, Radwege und Fußwege. Ferner Verbreiterung der gesamten Brücke und Treppen zur Bürgerweide hinunter. Kosten insgesamt rund anderthalb Millionen Mark.

Da auch an der Bürgerweide fleißig gearbeitet wird, kann der Nord-Süd- Verkehr durchHamburg etwa Ende des Jahres ohne Umleitung rollen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird eine Fahrbahn der als Rampe zum Heidenkampsweg hinunterführenden Bürgerweide fertiggestellt sein.

Ein Wort noch zum U-Bahn-Bau. Ende Oktober etwa kommt der Steindamm an die Reihe. Nördlich des Steindamms wird dann der in Ost-West- Richtung fließende Verkehr durch die Lohmühlenstraße ? Brennerstraße geleitet, südlich des Steindamms der in umgekehrter Richtung fließende Verkehr durch die Lindenstraße ? Alexanderstraße und weiter in Richtung Osten.

Allen Kraftfahrern zum Trost: Die vielen neuen Umleitungen sind ausreichend gekennzeichnet. Sechs transportable Signalanlagen werden neu aufgestellt. Hauptkommissar Rudolph, der Leiter des Dezernats Verkehrsplanung, und Hauptkommissar Gustke, der Verkehrsoberbeamte der Polizeigruppe Ost, gaben die Versicherung ab: Audi Fremde werden kaum Mühe haben.

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