Schulen vom Fließband / Ende der Raumnot in Sicht

Klassenkreuze nach Maß

Schulen vom Fließband! Zu dieser revolutionären Baumethode hat sich jetzt die Baubehörde entschlossen. An zehn Stellen des Stadtgebiets werden Schulen aus vorgefertigten Beton-Bauteilen zusammengesetzt. Man spart dabei Kosten und benötigt nur etwa die Hälfte der Bauzeit einer normalen Schule.

An die Bezeichnung "Klassenkreuz" werden sich die Hamburger gewöhnen müssen. Wegen ihres kreuzförmigen Grundrisses heißen so die neuen Schulen. Sie werden drei Stockwerke hoch und bekommen je zwölf geräumige Klassen. Jede Schule wird rund 670 000 Mark kosten. Und an diesen Stellen sollen Klassenkreuze entstehen: Zirpenweg, Langbargheide. Stengelestraße, Sieveklngsallee, Merkenstraße, Rothenhäuserstraße, Kleekamp, Schwarzestraße und in Wilstorf. Jede Klasse bekommt zur Sonnenseite große und zur lichtabgewandten Seite kleinere Fenster. Bauzeit für jede Schule: ein halbes Jahr. Bei der herkömmlichen Bauweise waren neun bis zwölf Monate notwendig. Die Erfahrungen für diese Klassenkreuze sammelte die Baubehörde bei den Schulpavillons, die sich gut bewährt haben. Zur Zeit plant die Baubehörde, eine zweite Zehnerserie aufzulegen, sobald die ersten zehn Klassenkreuze fertig sind.

Oberschulrat Dressel kündigte an, daß in vier bis fünf Jahren die Schulraumnot beseitigt sei, wenn dem Schulbau in Hamburg auch künftig soviel Geld zur Verfügung stehe wie in diesem Rechnungsjahr, hn.

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