Forderung an Bonn / Hamburg mit Sonderstellung

"Baut mehr Radwege"

Auf Straßen, die mit Radfahrwegen ausgestattet sind, ereignen sich weit weniger Verkehrsunfälle als auf Stra- ßen, die einen sogenannten "gemischten Verkehr" haben. Dies hat die Arbeitsgemeinschaft für Verkehrssicherheit, Gruppe Radwegbau, in einer Eingabe an den Bundestag nachgewiesen.

In der Eingabe wird die Bereitstellung von höheren Haushaltsmitteln für den Radwegbau gefordert. Von den 24 000 Kilometern Bundesstraßen haben bis jetzt erst 2600 Kilometer besondere Radwege, das sind etwa 11 Prozent. Den höchsten Prozentsatz an Radwegen in den Bundesländern hat Nordrhein- Westfalen, wo fast ein Drittel aller Bundesstraßen mit Radfahrwegen ausgestattet sind; an zweiter Stelle steht Schleswig-Holstein mit 21 Prozent. Bayern liegt mit etwas über 2 Prozent an letzter' Stelle.

Die Hansestadt hat bei einem Straßennetz in einer Gesamtlänge von rund 3300 km 880 km Radfahrwege. Davon sollen 21 noch bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. Obwohl Hamburg mit dieser Zahl von gut 20'/. an dritter Stelle lm Bundesgebiet liegt, so Ist doch ein genauer Größenvergleich nicht möglich.

Es gibt in einer Großstadt Wohnstraßen, ln denen der Verkehr so gering ist, daß der Bau von Radfahrwegen ein unnötiger Aufwand wäre. Für einen genauen Vergleich des Stadtstaates Hamburg mit den anderen Bundesländern müßten bei der Berechnung nicht nur die Bundesstraßen, sondern auch die Landstraßen l. und 2. Ordnung sowie die unklassiflzierten Landstraßen mit herangezogen werden. Dann würde Hamburg zweifellos an der Spitze liegen.

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